Buntes

Paralympicssieger Wollmert erhält Fair Play-Preis

Im Finale gegen Lokalmatador Bayley bestach Jochen Wollmert nicht nur mit großen sportlichen Leistungen (©DBS)

12.10.2012 - Fairness zahlt sich aus, zeigt nicht zuletzt das Beispiel 'Jochen Wollmert'. Der Mosbacher begeisterte die Zuschauer bei den Paralympics durch mehrere faire Aktionen. So widersprach er im Halbfinale und Endspiel den Schiedsrichtern, obwohl die Entscheidungen zu seinen Gunsten ausgefallen waren, und tröstete seinen Finalgegner nach der Niederlage. Dafür erhält Wollmert heute den Fair Play-Preis des Deutschen Sports und könnte "Sportler mit Herz" werden.

Jochen Wollmert (TV 1846 Mosbach) bestach bei den Paralympics in London nicht nur auf sportlicher Ebene. Der 47-jährige Tischtennisspieler, der seit seiner Geburt versteifte Hand- und Fußgelenke hat, legte im Halbfinale gegen den Ukrainer Michailo Popow Einspruch gegen eine Schiedsrichter-Entscheidung ein, obwohl diese zu Wollmerts Gunsten ausgefallen war. Bei einer 7:6-Führung von Popow verlor dieser während eines Aufschlages die Kontrolle über den Ball. Daraufhin sprachen die Referees Wollmert einen Punkt zu. Dieser erkannte jedoch, dass eine Spastik in der Hand seines Kontrahenten den Fehlschlag verursacht hatte. Wollmert verzichtete deshalb auf den Punkt und den daraus resultierenden Ausgleich. Auch im Finale gegen den Briten William Bayley widersprach der Deutsche den Schiedsrichtern. Beim Stand von 4:5 revidierte er eine weitere Fehlentscheidung und gab den Punkt zurück. Als Lokalheld Bayley am Ende weinend auf den Boden sank, tröstete ihn sein Kontrahent und nahm ihn in die Arme.

Verleihung der Fair Play-Preises am heutigen Freitag in Bonn

Dafür erhält er nun den Fair Play-Preis des Deutschen Sports in der Kategorie Behindertensport. In der Begründung der Jury heißt es: „Jochen Wollmert hat mit diesen Punktrückgaben und dem spontanen Trost für seinen britischen Finalgegner nach Ende des Matches nicht nur das Publikum vor Ort und an den Bildschirmen weltweit begeistert, sondern auch ein klares Zeichen für Fairness im Hochleistungssport gesetzt.“

Der Fair Play-Preis des Deutschen Sports geht in diesem Jahr auch an das Ruder-Duo Charlotte Arand und Barbara Karches, sowie den Verein fairplayer. Die Preisträger werden im Rahmen des Festes der Begegnung der Stiftung Deutsche Sporthilfe am heutigen Freitag in Bonn ausgezeichnet. Bundesinnenminister Dr. Friedrich erklärte anlässlich der Bekanntgabe: „Fair Play ist eine der wichtigsten Grundlagen des Sports. Unsere Preisträger 2012 haben das auf eindrucksvolle Weise gezeigt. Charlotte Arand, Barbara Karches und Jochen Wollmert sind Vorbilder für die vielen jungen Menschen, die tagtäglich im Verein Sport treiben. Dort setzt auch der Verein fairplayer an, der den Jugendlichen für den Sport, aber auch für das Leben außerhalb des Sports beibringt, was Fair Play konkret bedeutet und damit Fair Play mit Leben füllt. Ich gratuliere allen Preisträgern und wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg.“

Wollmert kann - wie auch Timo Boll - zum "Sportler mit Herz" gewählt werden

Doch damit nicht genug. Jochen Wollmert steht auch zur Wahl des "Sportlers mit Herz" beim Deutschen Presseball in Frankfurt. Dabei muss sich der Tischtennisspieler mit Handicap gegen weitere sieben Sportgrößen durchsetzen. Unter anderem stehen auch Timo Boll, Regina Halmich und Manuel Neuer zur Auswahl. Bis zum 27. Oktober können Leser der Frankfurter Neuen Presse (auch Online-Leser) ihren "Sportler mit Herz" wählen und dabei auch noch Flanierkarten für den Sportpresseball am 10. November in der Alten Oper gewinnen. Alle weiteren Informationen zu den Nominierten, zur Abstimmung und dem Gewinnspiel finden Sie hier.

Das Finalspiel zwischen Bayley und Wollmert mit der großen Geste des Deutschen im Video:



(JS/DTTB/Jochen Wollmert)

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