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Ist Tischtennis reif für die Digitalisierung?

Tischtennis ist bereits in der digitalen Welt angekommen (©StartupStockPhotos (CCO-Lizenz) / pixabay.com)

12.04.2020 - Die Digitalisierung hat inzwischen jeden Bereich des öffentlichen und privaten Lebens erreicht. Viele Arbeitsabläufe sind digitalisiert worden und auch aus der Freizeitgestaltung ist dieses Thema nicht mehr wegzudenken - was gerade in der aktuellen Corona-Situation wichtig wird. Werfen wir doch einmal einen Blick hinter den digitalen Vorhang und finden heraus, wie Tischtennis als Sport von der Digitalisierung profitieren kann.

Jeder neue Weg nimmt irgendwo seinen Anfang. An welcher Stelle Tischtennis als Sport zum ersten Mal mit der digitalen Welt in Berührung gekommen ist, lässt sich schwer nachvollziehen. Ein guter Ansatzpunkt ist aber ein Meilenstein im Bereich neuer Trainingsmethoden, an den sich wohl alle Tischtennisfans gut erinnern können. Gemeint ist die geniale Erfindung von Thomas Mayer, der im Rahmen seiner Bachelorarbeit einen virtuellen Tischtennis-Tisch entwickelt. Der Student aus Baden-Württemberg präsentierte der Welt im April 2016 ein interaktives Trainingssystem, das auf intelligente Technologie setzt und das Tischtennis-Training damit beinahe auf eine virtuelle Ebene bringt. Die Grundidee könnte in verschiedene Richtungen weiterentwickelt werden und damit künftig vielleicht die gravierende Lücke schließen, die der Mangel an qualifizierten Trainern im Tischtennis darstellt. 

Aber auch im Gamingbereich hat diese Sportart längst Fuß gefasst. Das erste virtuelle Tischtennisspiel ist sogar bedeutend älter als die virtuelle Tischtennisplatte des Thomas Mayer. 1972 brachte Spieleentwickler Atari Pong auf den Markt, eine Tischtennisvariante, die zunächst nur an Automaten in Spielhallen spielbar war. Aber schon 1975 wurde Pong sozusagen wohnzimmerfähig, als Atari auf der Consumer Electronics Show eine Pong-Konsole vorstellte. Den Durchbruch im Heimbereich erfuhr Pong 1977 und ist seitdem zu einem echten Klassiker avanciert. 2012 brachte Atari anlässlich seines 40. Geburtstages eine Neuauflage für iOS heraus und im Jahr 2013 wurde das Spiel sogar in die Dauerausstellung des Museum of Modern Arts aufgenommen. 

Lässt man den Blick noch ein bisschen weiter schweifen, finden sich schnell weitere Anknüpfungspunkte zwischen dieser Sportart und der digitalen Welt. Man denke dabei zum Beispiel an den Bereich der Online-Sportwetten, der aus dem Profisport nicht mehr wegzudenken ist. Natürlich lässt sich ebenfalls auf Tischtennispartien wetten. Auch die immer beliebter werdenden Live-Wetten sind bei bet365 mittlerweile Teil des umfangreichen Angebots und die meisten anderen renommierten Wettanbieter haben die Turniere und Ligaevents im Tischtennis inzwischen ebenfalls für sich entdeckt. Das ermöglicht den Fans nicht nur ein noch breiter angelegtes Erleben dieser vielseitigen Sportart, sondern lässt Tischtennis auch in der Reihe der beliebtesten und bekanntesten Sportarten aufrücken. 

Hand-Auge-Koordination: Die Brücke zwischen Tischtennis und Computerspielen

Wenn von Parallelen zwischen Tischtennis und Computerspielen die Rede ist, mag das so manchem Gamer nur ein müdes Lächeln entlocken. Pong ist zwar ein unbestrittener Klassiker in der Konsolentechnologie, aber mit dem modernen Gaming hat das wenig zu tun. Trotzdem ist Tischtennis als Sport viel enger mit dem Computerspielen verknüpft als die meisten anderen Sportarten, die bereits in Games für PC und Konsole verewigt wurden. Tatsächlich setzen diese beiden auf den ersten Blick so unterschiedlichen Freizeitaktivitäten nämlich sehr ähnliche Kernkompetenzen voraus. Eine gute Hand-Auge-Koordination, geschulte Reflexe, eine schnelle räumliche Wahrnehmung und strategisches Denken in hoher Geschwindigkeit. In einem Beitrag des Tischtennisvereins Hervest-Dorsten heißt es:

„Ob Ego-Shooter, Strategiespiel, Rollenspiel oder MOBA – bei fast allen erfolgreichen Spielen muss man die Schritte des Gegners vorhersehen können, um richtig punkten zu können. Um beim Tischtennis punkten zu können, muss man ebenfalls den Gegner beobachten, seine Stellung analysieren und daraus die Flugbahn des gegnerischen Balls berechnen.“ (Quelle: https://ttv-hervest-dorsten.de

Dieser interessante Ansatz macht deutlich, dass der Sport und die Gamingszene nicht nur im Esports-Bereich einen Anknüpfungspunkt finden. Sobald wir uns erlauben, den klassischen Gamer nicht mehr als Sportmuffel zu sehen und dem Leistungssportler nicht mehr das Interesse an Computerspielen abzusprechen, lassen sich Möglichkeiten erkennen, wie beide Aktivitäten sich gegenseitig bereichern. Insbesondere für Jugendliche kann dies eine Chance darstellen, um ihre Kompetenzen mit Spaß weiterzuentwickeln und sich möglichst breit aufzustellen. 

Virtuelle Plattformen prägen das Training der Zukunft

Das Training im Sport hat sich im Laufe der Jahre immer stärker gewandelt. Individuelle und hoch komplexe Trainingsvarianten haben viele Sportarten qualitativ auf ein neues Level gebracht. Vor allem die Generation der Digital Natives wächst zunehmend auch mit digital unterstützten Trainingsmethoden auf. Tischtennissportler Viet Pham Tuan hat die Bedeutung, die virtuelle Plattformen und digitale Trainingsmöglichkeiten für den Zugang zum Sport gewonnen haben, in seinem Artikel auf trainforfreedom.de sehr anschaulich zusammengefasst. Trainingsvideos über YouTube, virtuelle Trainingseinheiten vom Personal Coach, Aufnahme und Analyse von Trainingssequenzen mit dem Smartphone, all das ist durch die Nutzung virtueller Trainingsplattformen möglich. 

Auch auf theoretischer Ebene haben die Digital Natives einen ganz anderen Zugang zu Sportarten gefunden als frühere Generationen. Videokurse, E-Books und Hörbücher machen die ganze Welt des Sports überall und jederzeit verfügbar. Dadurch kann der Sport einen noch größeren Platz im Leben einnehmen und über virtuelle Quellen ständig präsent sein. 

Wii, E-Sport und Co.: Tischtennis ist längst digital geworden

Von der Wii über Olympia am Computerbildschirm bis hin zu den ganz großen Esports-Events unserer Zeit, Sport hat längst auch eine virtuelle Ebene bekommen. Computerspiele wie das Tischtennis Welttournier, Pingpongs, Pingpong 3D, Super Tischtennis und Bombentischtennis haben die Sportart auch bei Gamingfans populär gemacht. Auch die Idee einer Esports-Liga für Tischtennis wird immer lauter diskutiert, seitdem der französische Tennisverband FTT 2018 parallel zu den berühmten French Open in Paris ein Esports-Tennisturnier ausrichten ließ. 

Vor allem die jüngere Generation der Digital Natives, deren Leistungen die Sportwelt in den kommenden Jahren überwiegend prägen werden, wächst mit einem digital unterstützten Zugang zu vielen beliebten Sportarten auf. Über Trainingsvideos, Tutorials, Leistungstracker via App und die digitale Vermittlung von theoretischem Sportwissen kann schon früh ein sehr breit angelegter Kontakt mit dem Sport erfolgen, der sich nicht nur auf das eigentliche Training in der Halle, auf dem Platz, am Gerät oder eben an der Tischtennisplatte beschränkt. Das individuelle Training kann ganz nach eigenem Anspruch und Enthusiasmus außerhalb von jeglichem Vereinsgeschehen oder Mannschaftstraining fortgeführt werden. 

Die Frage ist also nicht, ob Tischtennis bereit für die Digitalisierung ist. Der beliebte Sport ist längst ein Teil der digitalen Welt und erschließt sich damit ein großes Repertoire an Möglichkeiten, die den Sport in Zukunft bereichern können. Der virtuelle Trainingstisch von Thomas Mayer ist ein erster Maßstab dafür, was künftig möglich sein könnte.

 

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