Buntes

Rekordversuch: XXL-Rundlauf für sauberes Trinkwasser

Egal, ob man gewinnt oder verliert: Gute Stimmung ist in Köln garantiert (©Wolff)

13.09.2018 - Wenige Monate ist es erst her, dass Borussia Düsseldorf einen Weltrekord im Rundlauf an 102 Tischen in der ESPRIT arena Düsseldorf aufstellte. Am 2. Oktober zieht Köln nach, allerdings ohne dem rheinischen Nachbarn Konkurrenz zu machen. Die Initiative Viva con Agua veranstaltet einen Rundlauf-Rekordversuch mit über 500 Menschen - an nur einem Tisch! Wer da am Ende im Finale um den Sieg spielt, muss gute Nerven haben. Die wahren Gewinner sitzen allerdings in Äthiopien.

Festivalgängern wird Viva con Agua wahrscheinlich ein Begriff sein. Jedenfalls ist die gemeinnützige Initiative auf vielen Konzerten präsent und überzeugt die Besucher davon, dass es eine gute Idee ist, die leeren Becher nicht zurück zur Theke zu bringen, sondern für einen guten Zweck zu spenden. Mit dem gesammelten Pfand werden dann weltweit Projekte unterstützt, die sich für sauberes Trinkwasser einsetzen. Die Kölner Zweigstelle des Vereins geht die Sache etwas sportlicher an. Sie veranstaltet seit über drei Jahren Rundlaufturniere in der Domstadt und hat dadurch in sechs Ausgaben bereits über 6000 Euro gesammelt. Am 2. Oktober fahren die Kölner aber noch schwerere Geschütze auf: Dann sollen über 500 Tischtennisverrückte den Weltrekord im Rundlauf an einem Tisch brechen - und können ganz nebenbei noch für sauberes Wasser in Äthiopien sorgen.

Sebastian Adamski ist seit sechseinhalb Jahren für Viva con Agua in Köln aktiv und war bei der Geburtsstunde der Rundlaufturniere, die aus einem Projekt für die Uni entstanden sind, dabei. „Es ist eine Win-Win-Win-Situation“, findet der 35-Jährige, der nie selbst in einem Tischtennisverein gespielt hat. „Die Orga macht Spaß, die Teilnehmer freuen sich und man macht die Welt ein bisschen besser.“ Die Turniere fanden bisher - wie diesmal auch - in Kölner Partylocations statt, wo der Sieg im Anschluss auch noch ordentlich gefeiert werden kann. Es wird in festen Viererteams gespielt, die sich von der Vorrunde bis zum Finale beweisen müssen. „Der bisherige Rekord liegt bei 40 Mannschaften, da wurde es aber schon ganz schön eng“, erzählt Adamski. „Viele Gesichter hat man schon mal gesehen, es gibt sogar Teams, die von Anfang an durchgehend dabei waren.“ Das Niveau habe sich seit der ersten Auflage kontinuierlich gesteigert, so dass man inzwischen bei einem Q-TTR-Wert von 1400 Punkten eine Grenze zieht, damit das Ganze noch ein Spaßturnier bleibt. „Der Anteil der kompetitiven Spieler steigt aber, so dass wir nun erstmals auch eine Profi-Edition für 16 Mannschaften mit besseren Spielern durchführen.“

Der Andrang könnte diesmal besonders groß werden, da vor dem klassischen Turnier ja noch der Weltrekordversuch durchgeführt wird. 510 Spielerinnen und Spieler müssen die Organisatoren dafür zusammenkriegen, um den alten Rekord aus Luzern zu knacken. Dabei geht es nicht wie bei dem Rekord von Borussia Düsseldorf darum, mit möglichst vielen Menschen gleichzeitig Tischtennis zu spielen. In der Kölner Live Music Hall wird vor dem Tag der Deutschen Einheit an einem einzigen Tisch Rundlauf gespielt. Und zwar bis zum bitteren Ende: Aus den 510 Teilnehmern werden sich voraussichtlich nach zwei bis drei Stunden die beiden Finalisten herauskristallisieren, die sich dann vor großer Kulisse ein heißes Match um den Sieg liefern werden. Der Gewinner darf sich nicht nur ‚Rekordversuchsieger‘ nennen, sondern erhält natürlich auch einen Preis. Leer geht allerdings niemand aus: So bekommt jeder Teilnehmer über 18 Jahren einen Bikesharing-Gutschein von Ford.

Und wie stemmt man solch eine Mammutaktion logistisch? „Mit vielen Absperrbänden und zwei schönen Schlangen auf beiden Seiten des Tischs“, erklärt Adamski. „Und wer früh ausgeschieden ist, kann sich beim Livepainting, unserem Musikprogramm, der Tombola und natürlich bei Speis und Trank vergnügen.“ Hier gilt natürlich auch wieder: Der Erlös kommt Projekten für sauberes Wasser in Äthiopien zugute. Wer nun Lust bekommen hat, für den guten Zweck Rundlauf zu spielen, aber in einem anderen Teil Deutschlands lebt, hat dazu womöglich bald trotzdem die Gelegenheit. Denn das Kölner Team konnte beim Viva-con-Agua-Netzwerktreffen einige andere Städtevertreter überzeugen, das Konzept zu übernehmen. „Drei Crews wollen auch in ihrer Stadt Rundlaufturniere veranstalten - in Bremen ist es schon Ende September so weit“, weiß Adamski. „Es wäre toll, wenn sich das Ganze irgendwann deutschlandweit etabliert.“ Jetzt hofft er allerdings erst einmal auf viele Tischtennisbegeisterte, die am 2. Oktober nach Köln kommen. Und vielleicht kann ja sogar ein myTischtennis.de-User am Ende den Titel holen...

Mehr Infos zum Weltrekordversuch, zum Turnier und zu Viva con Agua Köln! Hier kann man sich auch für den Rekordversuch und das Turnier registrieren.

(JS)

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