Bundesligen

TTC Altena zieht sich aus dem Spitzensport zurück

Der TTC Altena mit Ara Karakulak durfte Ende des Jahres noch im Pokalfinale mitspielen, jetzt ist Schluss mit Spitzensport (©Roscher)

07.03.2013 - Wir erinnern uns noch an voriges Jahr um diese Zeit, als sowohl bei den Damen als auch bei den Herren ein Verein nach dem anderen aus den ersten Ligen flüchtete. Nun verabschiedet sich ein weiterer Traditionsverein nach gut 40 Jahren in den höchsten drei Spielklassen vom Spitzensport. Der TTC Altena hat sich für einen Neuanfang entschieden, anstatt das Geld in die Aufrechterhaltung eines Zweitligateams zu stecken, das immer weniger Zuschauer anlockt.

Traurige Nachricht aus Altena: Ab der kommenden Saison wird es in der Sauerländer Kleinstadt kein Spitzentischtennis mehr geben. Der TTC Altena zieht sich nicht nur aus der 2. Bundesliga zurück, in dessen Nordstaffel er momentan den neunten Rang belegt. Auch eine Zukunft der aktuell ersten Mannschaft in der Regionalliga wird ausgeschlossen. Das verkündete der Verein gestern in einer Pressemitteilung auf seiner Facebook-Seite.

 

Der Club, der seit 40 Jahren in den deutschen Spitzenligen vertreten ist und 1973 und 1976 sogar die Meisterschaft holte, wolle sich neu ausrichten und vermehrt auf Nachwuchsarbeit setzen, damit auch in 40 Jahren noch Tischtennis beim TTC gespielt werde. "Es gilt, den TTC von unten herauf neu aufzubauen, neue Begeisterung zu wecken und zu versuchen, mit eigenen Kräften eventuell auch wieder höhere Spielklassen anzustreben", heißt es in der Pressemitteilung. 

 

In seiner ausführlichen Erklärung wirft der TTC-Vorstand auch einen kritischen Blick auf die Entwicklungen im Tischtennis-Spitzensport. Das schwindende Interesse der Zuschauer spüren die Altenaer am eigenen Leib. "Tischtennis ist extrem von Sponsoren und Gönnern abhängig, findet als Mannschaftssport kaum im Fernsehen statt und lässt die nötige Transparenz für Außenstehende völlig vermissen. In welcher anderen Teamsportart wird beispielsweise mit drei unterschiedlichen Mannschaftsstärken (drei, vier oder sechs Spieler) gespielt? Dies hat dazu geführt, dass im Tischtennis eine ähnliche Kluft zwischen erster und zweiter Liga entstanden ist, wie man es ansonsten nur noch aus dem Eishockey kennt", erklärt der Vorstand mit dem Hinweis, dass diese Kluft in den vergangenen Jahren die sportlich Qualifizierten immer seltener überspringen wollten.

 

Ab der kommenden Saison wird in der 2. Bundesliga nicht mehr mit sechs, sondern nur noch mit vier Spielern gespielt. In der Spielzeit darauf folgt dann die große Umwälzung, in der die Staffeln der 2. Liga zu einer eingleisigen Spielklasse zusammengeführt werden und darunter eine 3. Bundesliga mit zwei Staffeln entsteht. "Professionelle Strukturen, die für eine eingleisige, dem DTTB-Lizensierungsverfahren unterworfene 2. Bundesliga nötig wären, können aktuell in Altena nicht geschaffen werden. Das hängt natürlich mit der finanziellen Situation des Vereins zusammen", lautet die Stellungnahme des Vorstands. Altena sei zwar in der Lage eine Vierer-Mannschaft zu bilden, die in der nächsten Saison in der Nordstaffel mithalten könnte, wolle diese kostenintensive Unternehmung aber im Hinblick auf den Rest des Vereins und den mangelnden Zuschauerzuspruch nicht durchführen. Das Publikum soll durch den Neustart wieder an den TTC Altena herangeführt werden. Vielleicht finde sich ja auch wieder ein lokaler Held wie einst Wilfried Lieck, der die Zuschauer in die Halle locken kann. 

 

Zur Pressemitteilung des TTC Altena

 

(JS)
 

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