TTBL

Sofortiges Aus für Ruhrstadt Herne in der TTBL

Beim Hinspiel war noch alles in Ordnung. Das Rückspiel am Wochenende zwischen Düsseldorf und Herne fällt aus (©Fabig)

20.12.2012 - Quo vadis, deutsche Tischtennisbundesliga? Nachdem am Wochenende bereits der FSV Kroppach überraschend seinen Rücktritt aus der Damenbundesliga erklärt hatte, ist auch der TTC Ruhrstadt Herne mit sofortiger Wirkung nicht mehr in der Herrenbundesliga vertreten. Das Spiel vom Wochenende zwischen Borussia Düsseldorf und Herne wird damit auch nicht mehr stattfinden. In einer Pressemitteilung wurden finanzielle Gründe angegeben.

 

"Lasst uns gemeinsam den Hauptstädtern zeigen, wie der Pott kocht", hatte der TTC Ruhrstadt Herne auf der Vereinsseite zum 'Duell der Extreme' zwischen dem Spitzenreiter und dem Tabellenschlusslicht aufgerufen. Die Reisetaschen können die Borussen nun wieder auspacken, da es am Wochenende zu keiner TTBL-Begegnung kommen wird. Wie der TTC soeben in einer Pressemitteilung erklärte, zieht sich der Club mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb in der Tischtennisbundesliga zurück. 

"Seit der Saison 2010/2011 bereicherte die Tischtennisbundesliga das kulturelle Angebot in Herne und der umliegenden Region. Mit dem heutigen Tag ist klar: Damit ist nun Schluss", leitet der Club seine Erklärung ein. Aus finanziellen Gründen sei man zu diesem Schritt gezwungen und werde weder das TTBL-Heimspiel am Wochenende noch das Pokalfinale in Stuttgart Ende des Jahres bestreiten. Hier hätte Herne gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell antreten sollen. Die WAZ stellt die Sachlage etwas anders dar und beruft sich dabei auf Geschäftsführer Arthur Schemp. Dieser habe gegenüber der Zeitung erklärt, dass die TTBL GmbH Herne am Mittwochabend die Bundesligalizenz entzogen habe, da man sich auf einen weiteren Aufschub der Beitragszahlungen und Livestreamgebühren nicht mehr einlassen wolle. Laut der WAZ müsse Herne nun sogar Insolvenz beantragen.

Die TTBL erklärte, dass der Verein dem drohenden Lizenzentzug durch den Rückzug zuvorgekommen sei. Ausstehende Sponsorengelder hätten dazu geführt, dass der Verein seine Lizenzgebühren für die laufende Saison über Monate hinweg nicht begleichen konnte. Die Herner Spiele in der laufenden Saison werden gemäß der Bundesliga-Spielordnung nun gestrichen und bisher ausgetragene Mannschaftskämpfe für ungültig erklärt. Beim Pokalfinale in Stuttgart soll als Nachrücker der TTC Altena teilnehmen, der seinerzeit die Achtelfinalbegegnung gegen Herne verloren hatte. 

Der Verein selbst hat nach Aussagen von Lars Hielscher die Entwicklungen nicht vor den Spielern geheim gehalten. Trotzdem sei dieser finale Schritt "eine Katastrophe, mit der ich nicht gerechnet hatte. Ich war schon geschockt." Die Spieler stehen nun vor einem großen Problem, da ein Wechsel in ein anderes Team zumindest innerhalb Deutschlands mitten in der Saison nicht möglich ist. Hielscher will sich nun im Ausland, zum Beispiel in den Niederlanden oder in Polen, umschauen, da hier die Wechselfristen womöglich erst am 31.12. ablaufen. "Ob das mit den deutschen Statuten vereinbar ist und ob da überhaupt ein Verein noch Spieler sucht, ist die andere Frage", erklärte Hielscher. "Wahrscheinlicher ist, dass wir einfach arbeitslos werden."

Herne wünscht sich in der offiziellen Pressemitteilung des Clubs für die kommende Spielzeit einen Neustart in der zweiten Liga. Entsprechende Gespräche mit Sponsoren und Spielern seien für Anfang nächsten Jahres geplant. Hernes Hinrunde in der TTBL war alles andere als optimal verlaufen. Der Club rangiert mit zwei Siegen und sechs Niederlagen auf dem letzten Tabellenplatz, was sicher damit zu tun hatte, dass man in mehreren Partien auf Spitzenspieler Kim Jung Hoon und Lars Hielscher verzichten musste. 

(JS)

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