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TTBL: Saarbrücken nutzt Düsseldorfs Ausrutscher

Patrick Franziska punktete an Position drei und im Doppel (©BeLa Sportfoto)

07.12.2019 - Der 1. FC Saarbrücken TT hat die Niederlage von Borussia Düsseldorf genutzt und die Tabellenführung am 12. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) ausgebaut. Der deutsche Vizemeister setzte sich am Freitagabend mit 3:2 gegen die TTF Liebherr Ochsenhausen durch. Vorbei an Düsseldorf auf Platz zwei ist der SV Werder Bremen durch ein 3:0 beim TTC indeland Jülich geklettert, während der ASV Grünwettersbach ein 3:1 beim TTC Neu-Ulm feierte.

Die Steilvorlage für den 1. FC Saarbrücken TT hatte bereits am Dienstag Borussia Düsseldorf durch eine 2:3-Niederlage geliefert und der Tabellenführer nahm diese dankend an: In der Wiederauflage des TTBL-Finals der Vorsaison gegen die TTF Liebherr Ochsenhausen behielt der FCS wie schon beim 3:0 in der Hinrunde die Oberhand. Dieses Mal gab es einen 3:2-Erfolg, durch den Saarbrücken bei nun 20:4 Punkten steht und somit vier Zähler Vorsprung auf den Meister auf Platz vier hat. „Es war ein tolles Spiel, die Zuschauer waren begeistert“, sagte der sportliche Leiter des FCS, Erwin Berg. „Wir sind überglücklich. Der Vorsprung gibt Sicherheit für die ganze Rückrunde.“

Härtester Widersacher Saarbrückens am Freitag war Jakub Dyjas. Wie schon in den Vorwochen spielte der dieses Mal auf Position eins aufgebotene Pole groß auf und holte gleich zwei Punkte für Ochsenhausen: Gegen Tomas Polansky wehrte Dyjas im ersten Satz mehrere Satzbälle ab, um rund eine Viertelstunde später schließlich seinen 3:0 (17:15, 11:8, 11:4)-Erfolg feiern zu dürfen. Im vierten Einzel knackte er wenig später sogar Shang Kun, bewies dieses Mal im zweiten Satz große Nervenstärke und führte sein Team durch das erneute 3:0 (12:10, 19:17, 11:7) ins Doppel. „Ich habe heute gut gespielt, aber wir haben als Team verloren – und nur das zählt“, sagte Dyjas. „Ich hoffe, in den nächsten Spielen werden wir noch stärker sein und wieder gewinnen.“

Die anderen beiden Einzel nämlich waren an Saarbrücken gegangen: Shang besiegte Stefan Fegerl klar mit 3:0 (11:3, 11:7, 11:4), während sich Patrick Franziska und Simon Gauzy einen wieder einmal spektakulären Schlagabtausch lieferten – dieses Mal mit 3:2 (11:7, 11:1, 6:11, 5:11, 11:8) mit dem besseren Ende für den Saarbrücker. Die Entscheidung fiel somit erst im Doppel, und auch dieses war eine knappe Angelegenheit. Nach 7:11, 11:2, 11:7 und 8:11 ging es zwischen Franziska/Polansky und Fegerl/Gauzy in den Entscheidungssatz, in dem die Saarbrücker schließlich durch ein 11:5 den Sieg klarmachten.

Bremen springt auf Platz zwei
Erster Verfolger Saarbrückens ist nun der SV Werder Bremen: Die Hanseaten setzten sich erwartungsgemäß gegen den TTC indeland Jülich durch und zogen dank des 3:0-Erfolgs knapp an Düsseldorf vorbei auf Platz zwei. Das Spielverhältnis – 32:18 gegenüber 30:17 – gibt den Ausschlag zugunsten Werders, das ebenso wie die Borussia 18:6 Punkte auf dem Konto hat. „Trotz des 3:0-Siegs war es heute ein heißer Tanz für uns“, sagte der Bremer Trainer Cristian Tamas. „Aber in den entscheidenden Momenten haben wir etwas ruhiger agiert und sind froh, die zwei Punkte geholt zu haben.“ Jülich steht mit 2:22 Punkten weiterhin auf Platz elf.

Abgeklärt präsentierte sich Werder in der Jülicher Nordhalle und leistete sich gegen den Tabellenvorletzten keine Konzentrationsschwächen. Marcelo Aguirre brachte den neunten Saisonsieg mit seinem 3:1 (14:12, 9:11, 12:10, 11:7)-Erfolg gegen Deni Kozul auf den Weg und bewies erneut seine Formstärke. Die Bilanz des Paraguayers steht nun bei 4:1. „Alle vier Sätze waren knapp“, sagte Tamas zu diesem Match. „Wir waren froh, dass er den Sieg geholt hat – denn wenn man den Einser des Gegners knackt, hat man sehr gute Voraussetzungen.“ Diese nutzten anschließend Mattias Falck und Kirill Gerassimenko, die die weiteren Siege ohne Satzverlust holten. Falck musste beim 3:0 (12:10, 11:2, 12:10) gegen Ewout Oostwouder zwar zweimal in die Verlängerung, wahrte aber die weiße Weste, ehe Gerassimenko auf Position drei mit dem 3:0 (13:11, 11:8, 11:7) für die Entscheidung sorgte. „Im ersten und dritten Satz hatte ich eine kleine Chance“, sagte Oostwouder zu seinem Spiel gegen Falck. „Wenn ich den ersten gewonnen hätte, wäre er vielleicht etwas nervös geworden. Aber es hat leider nicht geklappt.“

Gnanasekaran knackt Apolonia
Den vierten Sieg in Folge gab es für den ASV Grünwettersbach: Beim TTC Neu-Ulm setzten sich die Badener mit 3:1 durch und schlossen mit nun 14:10 Punkten zum TTC Schwalbe Bergneustadt auf. Neu-Ulm steht auf Platz neun mit 10:14 Punkten. Entscheidender Mann für den ASV war Sathiyan Gnanasekaran mit zwei Siegen. Nachdem Tobias Rasmussen trotz eines starken Auftritts mit 1:3 (6:11, 10:12, 11:7, 10:12) das Nachsehen gegen Tiago Apolonia gehabt hatte, kam es zum ersten Auftritt des Inders: Nach einer ausgeglichenen Auftaktphase gegen Gustavo Tsuboi wurde Gnanasekaran stärker und stärker. Sein 3:0 (11:9, 11:5, 11:7)-Sieg bedeutete den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich.

Nur einen Satz lang Mühe hatte Wang Xi auf Position drei mit Viktor Brodd. Nach einem 6:11 im ersten Satz hatte der 35 Jahre alte Abwehrspieler seinen Kontrahenten im Griff und brachte Grünwettersbach durch 11:8, 11:5 und 11:4 in den folgenden Sätzen mit 2:1 in Führung. „Gegen gute Abwehrspieler tue ich mich schwer“, sagte Brodd im Anschluss. „Viele Abwehrspieler haben keine gute Vorhand – aber das gilt nicht für Wang Xi. Damit hatte ich meine Probleme.“ Den siebten Saisonsieg des ASV finalisierte im Anschluss Gnanasekaran: Gegen Apolonia lieferte der 26-Jährige einen bärenstarken Auftritt und fügte dem Portugiesen beim 3:0 (11:6, 12:10, 11:9) die fünfte Saisonniederlage bei. „Gegen Tiago habe ich im Sommer in der indischen Liga verloren. Heute hat es zum Glück mit der Revanche geklappt“, erklärte Gnanasekaran, der damit an seine starken Auftritte beim ITTF World Cup anknüpfte, bei dem er Simon Gauzy (4:3) und Jonathan Groth (4:2) geschlagen hatte.

Mühlhausen schlägt Düsseldorf im Doppel
Die eingangs erwähnte 2:3-Niederlage von Borussia Düsseldorf hatte sich am vergangenen Dienstag beim Post SV Mühlhausen ereignet. Ohne Timo Boll angetreten, punkteten zwar Kristian Karlsson und Anton Källberg für den Rekordmeister jeweils gegen Steffen Mengel, die Mühlhäuser Lubomir Jancarik und Ovidiu Ionescu aber waren nicht zu bezwingen. Jancarik schlug Källberg mit 3:0, Ionescu kämpfte sich gegen Omar Assar nach 1:2-Satzrückstand zum 3:2-Sieg. Im Doppel schließlich sorgten die beiden gemeinsam für den ersten Sieg des Post SV gegen Düsseldorf. „Die kämpferische Einstellung war beeindruckend, jeder ist für den anderen eingesprungen“, lobte Trainer Erik Schreyer anschließend sein Team. „Ich muss ‚Ovi‘ und ‚Lubo‘ ein Riesenkompliment machen, sie haben fast fehlerfrei gespielt“

Ebenfalls ins Doppel gegangen waren die beiden Partien am vergangenen Sonntag, mit denen die Rückrunde in der TTBL eröffnet worden war. Beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell setzte sich der TTC Schwalbe Bergneustadt mit 3:2 durch. Benedikt Duda führte die Oberberger mit zwei 3:1-Siegen ins Doppel, in dem Alvaro Robles/Paul Drinkhall vier Matchbälle des Fuldaer Duos Tomislav Pucar/Fan Bo Meng abwehrten, um sich schließlich selbst den Sieg zu sichern. „Es ist sehr, sehr ärgerlich, dass wir heute nicht gewonnen haben“, kommentierte Fuldas Ruwen Filus die Niederlage. „Aber wir haben gezeigt, dass wir auch gegen die Top-Mannschaften mithalten können.“ Beim TTC Zugbrücke Grenzau drehte derweil der TSV Bad Königshofen die Partie. Nach 0:2-Rückstand erkämpften Bastian Steger und Mizuki Oikawa den Ausgleich, im Doppel besiegten schließlich Steger und Filip Zeljko die Grenzauer Paarung Mihai Bobocica/Ioannis mit 3:0. „Heute war es ein ganz harter Fight, es hätte auch 3:0 für Grenzau ausgehen können“, sagte Steger nach dem ersten Sieg nach zuvor fünf Niederlagen.

Weiter in der TTBL geht es bereits heute: Den Auftakt des 13. Spieltags machen am Samstagabend der Post SV Mühlhausen und der TTC Neu-Ulm, die weiteren fünf Begegnungen stehen am Sonntag an. Unter anderem kommt es zum Topspiel zwischen Borussia Düsseldorf und dem 1. FC Saarbrücken TT.


Der 12. Spieltag in der Übersicht:

TTC Zugbrücke Grenzau – TSV Bad Königshofen 2:3
Anders Lind – Filip Zeljko 3:1 (13:11, 8:11, 11:8, 11:6)
Ioannis Sgouropoulos – Mizuki Oikawa 3:1 (12:10, 1:11, 11:8, 11:6)
Mihai Bobocica – Bastian Steger 2:3 (7:11, 11:9, 11:13, 11:9, 9:11)
Anders Lind – Mizuki Oikawa 2:3 (5:11, 11:7, 9:11, 11:8, 8:11)
Mihai Bobocica/Ioannis Sgouropoulos – Bastian Steger/Filip Zeljko 0:3 (10:12, 11:13, 8:11)

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTC Schwalbe Bergneustadt 2:3
Ruwen Filus – Paul Drinkhall 3:2 (11:3, 11:6, 7:11, 7:11, 11:7)
Fan Bo Meng – Benedikt Duda 1:3 (8:11, 6:11, 11:9, 7:11)
Tomislav Pucar – Alvaro Robles 3:0 (11:9, 11:6, 11:6)
Ruwen Filus – Benedikt Duda 1:3 (5:11, 4:11, 11:8, 8:11)
Tomislav Pucar/Fan Bo Meng – Alvaro Robles/Paul Drinkhall 2:3 (11:7, 6:11, 11:9, 7:11, 13:15)

Post SV Mühlhausen – Borussia Düsseldorf 3:2
Steffen Mengel – Kristian Karlsson 2:3 (12:10, 9:11, 7:11, 11:6, 13:15)
Lubomir Jancarik – Anton Källberg 3:0 (11:9, 11:7, 11:8)
Ovidiu Ionescu – Omar Assar 3:2 (11:3, 6:11, 9:11, 11:5, 11:7)
Steffen Mengel – Anton Källberg 1:3 (11:5, 6:11, 11:13, 4:11)
Ovidiu Ionescu/Lubomir Jancarik – Kristian Karlsson/Omar Assar 3:1 (11:4, 11:9, 7:11, 11:8)

TTC indeland Jülich – SV Werder Bremen 0:3
Deni Kozul – Marcelo Aguirre 1:3 (12:14, 11:9, 10:12, 7:11)
Ewout Oostwouder – Mattias Falck 0:3 (10:12, 2:11, 10:12)
Robin Devos – Kirill Gerassimenko 0:3 (11:13, 8:11, 7:11)

TTC Neu-Ulm – ASV Grünwettersbach 1:3
Tiago Apolonia – Tobias Rasmussen 3:1 (11:6, 12:10, 7:11, 12:10)
Gustavo Tsuboi – Sathiyan Gnanasekaran 0:3 (9:11, 5:11, 7:11)
Viktor Brodd – Wang Xi 1:3 (11:6, 8:11, 5:11, 4:11)
Tiago Apolonia – Sathiyan Gnanasekaran 0:3 (6:11, 10:12, 9:11)

1. FC Saarbrücken TT – TTF Liebherr Ochsenhausen 3:2
Shang Kun – Stefan Fegerl 3:0 (11:3, 11:7, 11:4)
Tomas Polansky – Jakub Dyjas 0:3 (15:17, 8:11, 4:11)
Patrick Franziska – Simon Gauzy 3:2 (11:7, 11:1, 6:11, 5:11, 11:8)
Shang Kun – Jakub Dyjas 0:3 (10:12, 17:19, 7:11)
Patrick Franziska/Tomas Polansky – Stefan Fegerl/Simon Gauzy 3:2 (7:11, 11:2, 11:7, 8:11, 11:5)

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