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TTBL: Saarbrücken revanchiert sich für Finalniederlage

Ein perfekter Start in die Saison gelang dem 1. FC Saarbrücken (Facebook/1. FC Saarbrücken TT)

18.08.2019 - Mit einem Ausrufezeichen im Titelkampf ist am Samstagabend die Tischtennis Bundesliga (TTBL) in die Saison 2019/20 gestartet. In der Neuauflage des Finals der vergangenen Spielzeit setzte sich der 1. FC Saarbrücken TT mit 3:0 bei den TTF Liebherr Ochsenhausen durch und revanchierte sich damit für die Niederlage im Mai. Ebenfalls erfolgreich waren der ASV Grünwettersbach, Borussia Düsseldorf, der TSV Bad Königshofen, der TTC Schwalbe Bergneustadt und der SV Werder Bremen.

Saarbrücken gegen Ochsenhausen hatte es im TTBL-Finale geheißen, Saarbrücken gegen Ochsenhausen hieß es auch zum Saisonauftakt der neuen Saison. Und diesmal hatten die Saarländer das bessere Ende für sich. Mit 3:0 besiegten sie den Titelverteidiger, auch wenn es trotz des deutlich klingenden Ergebnisses kein Spaziergang war. Überraschend hatte Saarbrücken den Slowenen Darko Jorgic draußen gelassen und dafür den Tschechen Tomas Polansky an Position zwei aufgestellt. Gegen Hugo Calderano bestätigte er das in ihn gesetzte Vertrauen und holte seinem Team den ersten Punkt. Das wäre kein Beinbruch gewesen, wenn anschließend Simon Gauzy, wie beim TTBL-Finale in Frankfurt, den Weltranglisten-15. Patrick Franziska geschlagen hätte. Doch auch dieses Match ging – nach zwischenzeitlicher 2:1-Satzführung des Ochsenhausers – an den Gegner. Nun lastete der Druck auf den Schultern Stefan Fegerls, dessen Sieg gegen den spektakulären chinesischen Gäste-Neuzugang Shang Kun zwingend erforderlich war, um sein Team im Spiel zu halten. Fegerl hielt mit Kampfgeist dagegen, musste aber am Ende ein 1:3 hinnehmen. Damit war die erste Saisonniederlage der TTF besiegelt und Saarbrücken durfte sich über einen perfekten Saisonstart freuen. „Heute hat uns einfach ein bisschen was gefehlt, jedoch der Kampfgeist und der Wille waren klar erkennbar.“, fand TTF-Präsident Kristijan Pejinovic. „Wir sind nach den beiden Titeln in der letzten Saison keineswegs satt und selbstzufrieden und werden im nächsten Spiel wieder richtig angreifen.“

Düsseldorf siegt dank Timo Boll

Auch Titelaspirant Borussia Düsseldorf startete erfolgreich in die neue Saison. Der Rekordmeister bezwang den Post SV Mühlhausen in einer packenden Partie mit 3:1. Die Gäste verlangten den Düsseldorfern allerdings gleich am ersten Spieltag alles ab und unterstrichen mit ihren Vorstellungen die Play-off-Ambitionen des Klubs. Timo Boll begann die Partie mit einem 3:1-Sieg gegen Lubomir Jancarik und beendete sie mit einem 3:2-Triumph gegen einen starken Steffen Mengel, der im zweiten Einzel Borussia-Neuzugang Ricardo Walther mit 3:0 in Schach gehalten hatte. Für den dritten Punkt sorgte Anton Källberg, der gegen Daniel Habesohn allerdings nur knapp als Erster über die Ziellinie ging. "Das war ein wichtiger und schöner Sieg für uns, vor allem, da Timo das letzte Spiel noch umgebogen hat“, fand Borussia-Trainer Danny Heister. „Er ist natürlich noch nicht so lange im Training und dadurch auch noch nicht bei 100 Prozent, aber er hat geackert und wollte den Sieg unbedingt. Anton hat einen sehr guten Job gemacht. Ich habe versucht, ihm das Vertrauen zu geben und das hat er zurückgezahlt. Ric wird sich noch ein bisschen an den ARAG CenterCourt gewöhnen müssen, aber die Saison ist noch lang und ich bin froh, dass wir 3:1 gewonnen haben."
 
Das spannendste Spiel war jedoch in Grünwettersbach zu beobachten, wo der TTC Neu-Ulm sein TTBL-Debüt gab. Wang Xi und Dang Qiu brachten die Gastgeber zwar gegen Abdel-Kader Salifou und Tiago Apolonia in Führung, doch die Neulinge kamen noch einmal zurück. Gustavo Tsuboi sorgte mit einem 3:2-Sieg gegen Sathiyan Gnanasekaran für die Wende, Apolonia für den Ausgleich gegen Wang Xi. So fiel die Entscheidung im Doppel zwischen Qiu/Tobias Rasmussen und Salifou/Tsuboi. Die Grünwettersbacher holten die ersten beiden Sätze und sahen schon wie die sicheren Sieger aus, doch auch hier kamen die Neu-Ulmer noch einmal zurück und retteten sich in den fünften Satz. Hier wurden sie aber nicht für ihre Aufholjagd belohnt. Qiu/Rasmussen beendeten das Spiel mit einem 11:8 und holten Grünwettersbach den Sieg.

Klare Angelegenheit in Bad Königshofen

Den deutlichsten Erfolg verzeichnete derweil der TSV Bad Königshofen. Zu Besuch war der TTC Zugbrücke Grenzau, der sich allerdings recht schnell auch wieder auf die Heimreise machen durfte. Ohne Satzverlust fertigten die TSVler ihre Gäste ab und setzten mit diesem deutlichen Sieg ein Ausrufezeichen. Bastian Steger legte den Grundstein zum Erfolg gegen Mihai Bobocica, Kilian Ort erhöhte gegen Kanak Jha und Mizuki Oikawa machte den Sack gegen Ioannis Sgouropulos zu. 

Ohne Tomislav Pucar und damit ohne Chance war der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell beim TTC Schwalbe Bergneustadt. 3:0 setzte sich der Vorjahres-Halbfinalist am Ende durch. Pucar hatte aufgrund einer Erkrankung am Freitag sein Achtelfinal-Match bei den Bulgaria Open absagen und damit auch für den TTBL-Auftakt passen müssen. Ersetzt wurde der Kroate durch Qing Yu Meng. Der Fuldaer Spielertrainer bestritt das erste Einzel gegen Alvaro Robles, stand gegen den Spanier aber auf verlorenem Posten. 3:0 setzte sich Robles durch. Ähnlich mühelos marschierte anschließend Benedikt Duda zum Drei-Satz-Sieg gegen Ruwen Filus. Überraschend deutlich hatte der 25-Jährige das Spiel gegen den Fuldaer im Griff, mit 11:4, 11:6 und 11:4 machte Duda kurzen Prozess. Für den dritten Einzelpunkt zum Bergneustädter Sieg sorgte Paul Drinkhall, der den 18 Jahre alten Fan Bo Meng mit 3:1 bezwang. „Dass Tomislav Pucar ausgefallen ist, ist für uns natürlich schade. Er war in einer super Form“, sagte Fuldas Spielertrainer Qing Yu Meng anschließend. „Bergneustadt war Favorit, aber mit einem 0:3 und einem 1:9 in den Sätzen haben wir natürlich nicht gerechnet.“
 
Dreimal 3:1: Werder siegt bei Falck-Debüt
 
Ähnlich deutlich ging es im zweiten Sonntagsspiel zu. 3:0 setzte sich der SV Werder Bremen gegen den TTC indeland Jülich durch. „Ich bin sehr froh, dass wir gewonnen haben“, sagte Werder-Neuzugang Mattias Falck, „ein 3:0 ist der perfekte Start für die Mannschaft.“ Der Bremer Königstransfer benötigte keine lange Eingewöhnungszeit in seinem ersten TTBL-Spiel: Mit 11:6 und 11:6 dominierte Vizeweltmeister Falck die beiden ersten Sätze gegen Robin Devos. Anschließend fand der Belgier zwar besser ins Spiel und sorgte mit einem 11:3 im dritten Satz für den 1:2-Anschluss, Falck jedoch spielte all seine Routine aus und setzte sich letztlich mit einem 12:10 zum 3:1 durch. So gingen übrigens auch die weiteren beiden Einzel aus. Zunächst meldete sich Hunor Szöcs nach einer durchwachsenen Vorsaison mit einem souveränen Erfolg gegen Jülichs Neuzugang Deni Kozul zurück, anschließend feierte Kirill Gerassimenko ein gelungenes Debüt im Werder-Trikot gegen Dennis Klein. Trotz der Niederlage nicht unzufrieden mit dem Auftritt war Jülichs Devos. „Wir wussten, dass es hier schwer werden würde“, sagte er, „aber alle drei Einzel waren ein Fight. Wir haben eine neue Mannschaft, mit der wir hoffentlich das eine oder andere Spiel in dieser Saison gewinnen können.“

 

Der 1. Spieltag in der Übersicht

TTF Liebherr Ochsenhausen – 1. FC Saarbrücken TT 0:3
Hugo Calderano – Tomas Polansky 2:3 (10:12, 9:11, 12:10, 11:9, 8:11)
Simon Gauzy – Patrick Franziska 2:3 (9:11, 11:6, 11:9, 6:11, 8:11)
Stefan Fegerl – Shang Kun 1:3 (11:8, 8:11, 7:11, 10:12)

Borussia Düsseldorf – Post SV Mühlhausen 3:1
Timo Boll – Lubomir Jancarik 3:1 (11:4, 11:9, 9:11, 11:9)
Ricardo Walther – Steffen Mengel 0:3 (8:11, 8:11, 9:11)
Anton Källberg – Daniel Habesohn 3:2 (11:13, 11:8, 8:11, 11:2, 11:7)
Timo Boll – Steffen Mengel 3:2 (6:11, 11:4, 10:12, 11:7, 11:6)

ASV Grünwettersbach – TTC Neu-Ulm 3:2
Wang Xi – Abdel-Kader Salifou 3:1 (11:9, 11:4, 7:11, 11:6)
Dang Qiu – Tiago Apolonia 3:1 (12:14, 15:13, 11:8, 12:10)
Sathiyan Gnanasekaran – Gustavo Tsuboi 2:3 (11:9, 7:11, 8:11, 11:8, 6:11, 6:11)
Wang Xi – Tiago Apolonia 2:3 (11:9, 10:12, 3:11, 17:15, 6:11)
Dang Qiu/Tobias Rasmussen – Abdel-Kader Salifou/Gustavo Tsuboi 3:2 (12:10, 11:6, 5:11, 8:11, 11:8)

TSV Bad Königshofen – TTC Zugbrücke Grenzau 3:0
Bastian Steger – Mihai Bobocica 3:0 (11:9, 11:5, 11:8)
Kilian Ort – Kanak Jha 3:0 (13:11, 11:5, 11:7)
Mizuki Oikawa – Ioannis Sgouropoulos 3:0 (11:5, 14:12, 11:2)

SV Werder Bremen – TTC indeland Jülich 3:0
Mattias Falck – Robin Devos 3:1 (11:6, 11:6, 3:11, 12:10)
Hunor Szöcs – Deni Kozul 3:1 (11:5, 6:11, 11:5, 11:9)
Kirill Gerassimenko – Dennis Klein 3:1 (11:9, 7:11, 11:6, 11:6)

TTC Schwalbe Bergneustadt – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 3:0
Alvaro Robles – Qing Yu Meng 3:0 (11:6, 11:6, 12:10)
Benedikt Duda – Ruwen Filus 3:0 (11:4 ,11:6, 11:4)
Paul Drinkhall – Fan Bo Meng 3:1 (11:7, 11:7, 9:11, 11:3)

(TTBL/Vereine/JS)

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