Taktik

Trainingstipp: Mutig geschupft ist halb gepunktet

31.07.2012 - Der Schupf - Meistens dient er der Vorbereitung, zuweilen soll er den Gegner aber auch unter Druck setzen. Doch Sprüche wie "wer schupft, verliert" oder "lieber mit einem Topspin verlieren als mit einem Schupf gewinnen" lassen ihn recht schlecht da stehen. Zu Unrecht! Nicht nur bei den Profis, auch oder gerade im Amateur-Tischtennis ist der Schupf ein essentieller Bestandteil des Spiels. Da es ohne den Schupfball kaum geht, sollte man ihn gut trainieren. Hier finden Sie einige Tipps!

präsentiert vom Verband Deutscher Tischtennistrainer (VDTT)

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Auf allen Spielniveaus ist der Schupf ein essentieller Bestandteil des TT-Spiels. Betrachtet man das Hochleistungstischtennis, bei dem der Schupf im Wesentlichen auf kurze Bälle gespielt wird, so stellt man fest, dass den Schupf folgende Merkmale auszeichnen:


Der Schupf wird aggressiv, mit möglichst hohem Tempo gespielt

Der Schupf wird mit maximaler Rotation gespielt (ein sogenannter ‚leerer Schupf‘ ist eine Alternative, die nur dann Sinn macht, wenn man mit Unterschnitt schupfen kann)

Der Schupf wird mit mutigen Platzierungen, weit nach außen und/oder möglichst lang gespielt


Beim Spiel gegen Abwehr treffen nicht alle diese Merkmale unbedingt zu, da man teilweise mit etwas reduziertem Risiko agieren kann.

 

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Betrachtet man die oben genannten Punkte, so ist man auch direkt bei den Defiziten, die viele Spieler in ihrem Schupfspiel haben. Um diese zu beheben, kann es folgende Ansätze geben:


1. Technische Korrekturen:

Ist man nicht in der Lage, aggressiv mit Unterschnitt zu schupfen, ist der Schläger im Balltreffpunkt zu langsam und der Balltreffpunkt zu zentral. Verstärkter Unterarm- und speziell Handgelenkeinsatz, mit dem der Schläger auf einem kurzen Weg zum Balltreffpunkt beschleunigt wird, kann hier Abhilfe schaffen. Um Unterschnitt zu erzeugen, muss der Ball tangential getroffen werden, wobei der Schläger eine Abwärtsbewegung machen muss. Wie stark das Schlägerblatt geöffnet ist, hängt im Wesentlichen vom Balltreffpunkt, ankommender Rotation und Schlägergeschwindigkeit ab. Seien Sie bereit, hier ein wenig zu experimentieren, um ein Gefühl dafür zu entwickeln.


2. Psychische Komponente

Für viele ist der Schupf ein ‚Sicherheitsschlag‘, der das Ziel hat, Fehler zu vermeiden. Doch mit dieser Haltung spielt man den Schupf oft ängstlich und ohne Qualität. Dies führt dazu, dass der Gegner selber handeln kann und man in eine sehr passive Situation kommt. Es gilt zu erkennen, dass man auch oder speziell mit dem Schupf sein Spiel aktiv bestimmen und gestalten kann. Dann ist man auch bei diesem Schlag bereit, mit hoher Qualität zu spielen, was auch immer ein gewisses Maß an Risiko bedeutet.

  
Anmerkungen:
Der Aufschläger darf in allen Übungen gelegentlich lange Aufschläge spielen.
Der Schupf soll immer aggressiv, mit viel Rotation und mutiger Platzierung gespielt werden. Trotzdem ist darauf zu achten, dass man für sich selber immer realisiert, wie das Verhältnis von Erfolg und Misserfolg ist, damit man seinen aktuellen, sich entwickelnden Leistungsstand realistisch beurteilen kann.



Übungen


Übung 1:

 

Spieler A: KAS mit US in RH

Spieler B: RHS in außen RH oder lang auf Ellenbogen

Spieler A: T in RH

Spieler B: B/T in VH oder Ellenbogen, dann frei 


Wechsel: 2 x 7 Minuten

Grafik zu Übung 1



Übung 2:

 

Spieler A: KAS mit US/leer in RH

Spieler B: RHS nach außen

Spieler A: T diagonal auf Ellenbogen, dann frei 


Wechsel immer dann, wenn Spieler B 3 Punkte gewonnen hat

Grafik zu Übung 2


 

Übung 3:

 

Spieler A: KAS mit US in VH-Seite

Spieler B: VHS lang in RH, oder kurz in außen VH

Spieler A: T in VH-Seite

Spieler B: VHT, dann frei 


Wechsel: 4 x 4 Minuten

Grafik zu Übung 3

 

 

 

Übung 4:

 

Spieler A: freier KAS in VH-Seite

Spieler B: VHS/VHF frei 

Spieler A: frei 


Wechsel: Wechsel immer dann, wenn Spieler B direkt mit dem RS einen Punkt gewonnen hat

Grafik zu Übung 4

 

 

Weiterreichende theoretische Hintergründe finden Sie in den Fachzeitschriften TTL und Trainerbrief bzw. im Downloadbereich des VDTT (www.vdtt.de).

Autor: Achim Krämer

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