Buntes

Chauffeur der Stars: 'On the road' mit Boll, Persson und Co.

Chaffeur Kamran Babazadeh (Mitte) hat viele Stars getroffen. (©privat)

30.10.2019 - Aus einem ganz speziellen Blickwinkel erlebte Kamran Babazadeh die diesjährigen German Open in Bremen hautnah mit. Als einer von etwa 100 ehrenamtlichen Helfern, auch Volunteers genannt, bekam der 32-Jährige intensive Einblicke hinter die Kulissen des World-Cup-Turniers. Der Kölner war als Fahrdienstleister so dicht an den Profispielern dran wie kaum ein anderer. Uns hat der Blogger seine außergewöhnlichen und spannenden Erfahrungen detailliert geschildert.

Zehn hochaufregende Tage durfte Kamran Babazadeh in Bremen verbringen. Dabei war es nicht mal seine eigene Idee, sich überhaupt zu bewerben. Sein Vereinskollege Carsten Klenke, der wie Babazadeh bei der Spvg. Arminia 09 Köln aktiv ist, brachte seinen Kumpel auf den Geschmack. „Ich bin extrem tischtennisbegeistert und verfolge alles sehr intensiv“, sagt der German-Open-Fahrer. Trotz seiner großen TT-Vorliebe hatte der 32-Jährige den Topsport wie beispielsweise ein Bundesligaspiel zuvor noch nie mit eigenen Augen gesehen. Eine absolute Premiere also. Die ersten Erfahrungen seien „dementsprechend euphorisch“ gewesen.

Vorgegebene Fahrten und reibungsloser Ablauf

Doch bevor das Kribbeln so richtig aufkam, standen viele Organisationsthemen auf der Agenda. Schon am Freitag, vier Tage vor Beginn der Qualifikationsrunde, wurde sich von der Beschaffung der Autos bis hin zur Akkreditierungs-, Anzug- und Krawattenausgabe um alles Nötige gekümmert. Die in einem Fahrtenbuch sorgfältig aufgeführten Strecken zogen sich meist zwischen Flughafen, Hotel und Halle entlang. „Meistens hat man einen Zettel bekommen, auf dem geschrieben stand, wen man wo und wann abholen muss. Spontanfahrten gab es weniger“, erklärt Babazadeh, der jegliche Absprachen mit der verantwortlichen Fahrdienstleistung als reibungslos empfunden hat.

Einige Selfies ergattert

Viele freiwillige Helfer kennen das Geschäft schon lange. Kamran Babazadeh traf auf eine „eingeschworene Truppe, in der sich so gut wie jeder kannte“. Nur weil drei Stammleute kurzfristig ausfielen, war er mit dabei. Gar nicht so einfach, doch der Kölner fügte sich schnell ein. Zu seiner Verwunderung interessierten sich einige Volunteers überhaupt nicht für Tischtennis. Anders als die routinierten Fahrer war Babazadeh dafür aber auch nicht immer voll ausgelastet und hatte oft die Möglichkeit, die Spiele live zu verfolgen. „Das war ein großer Vorteil. Die Hauptanreisetage waren dafür etwas stressiger“, verrät er.

Die Arbeitszeiten waren in zwei Schichten unterteilt - Frühschicht von 9 bis 14 und Spätschicht von 14 bis 22 Uhr. Zwar wurde den Chauffeuren im Vorfeld klar kommuniziert, dass die Spieler nicht belästigt werden durften, trotzdem ließ Babazadeh es sich nicht nehmen, einige Selfies mit den Stars zu knipsen. Ein Treffen mit seinem Lieblingsspieler Ma Long, der in Bremen nicht dabei war, kam zu seinem Bedauern nicht zustande. Dennoch sammelte der China-Fan im anfänglichen Freudentaumel auch einige Unterschriften auf einem extra mitgebrachten Trikot. „Die Sensationsgier wurde von Tag zu Tag weniger“, sagt der Tischtennisfan.

Boll und Franziska „die mit Abstand Sympathischsten“

Kamran Babazadeh führte sehr viele amüsante Gespräche. Timo Boll und Patrick Franziska waren für den Fahrer die „mit Abstand Sympathischsten“. Umso schwieriger war der Umgang mit den Asiaten. „Sie haben einfach keine Lust auf Trubel und sind sehr ernst“, meint er. Dafür brachte der kultige ITTF-Kommentator und Paradiesvogel Adam Bobrow Kamran Babazadeh mit seiner humorvollen Art zum Lachen. „Ich habe selten jemanden getroffen, mit dem ich mich nach einem Satz so gut verstanden habe.“ Mit seinen ausgeprägten Englischkenntnissen kam der 32-Jährige insgesamt sehr weit, andere Fremdsprachen wären aber vielleicht auch ganz hilfreich gewesen, wie er im Nachhinein zugab. 

Ebenfalls viel Spaß brachte der Austausch mit dem „menschlichen Leuchtturm“ Vladimir Samsonov. Trotz leichter Augenringe nach seinem langen Flug erwies sich der fließend deutsch sprechende Weißrusse als höflich und redselig. Mit Jörgen Persson, der auch sein frisch gekauftes DONIC-Holz signierte, fachsimpelte Babazadeh sogar über die Fahreigenschaften seines Range Rover SUVs. 

Feuerprobe bestanden – Nächste Teilnahme in Aussicht?

Ohnehin mussten sich die Gespräche manchmal auch einfach nur ergeben. „Mal gingen sie von mir aus, mal von den Spielern“, berichtet Babazadeh. Zu aufdringlich durfte er in Richtung der Stars natürlich nicht sein. Der Kölner hat sich mit seiner Art bewährt und einen positiven Eindruck hinterlassen. Das Herrenfinale zwischen Fan Zhen Dong und Xu Xin konnte Babazadeh jedoch nicht komplett verfolgen. Denn ohne es gewusst zu haben, durchlief der 32-Jährige seine „Feuerprobe“ erfolgreich, die darin bestand, eine Fahrt während des Endspiels zu übernehmen. Damit dürfte er auch beim nächsten Mal wieder als Fahrer mit dabei sein. „Ich würde mich freuen, aber man muss auch schauen, wie es beruflich passt“, blickt er bereits jetzt auf die kommenden German Open Ende Januar in Magdeburg.

Wer an weiteren spannenden Geschichten und Erlebnissen von Kamran Babazadeh aus seiner Zeit bei den German Open interessiert ist, der kann einen Blick in sein persönliches Tagebuch auf der Homepage seines Heimatvereins Arminia Köln werfen.

(FKT)
 

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