Dennis Heinemann: Und es hat „KLIK“ gemacht

    Zuerst war Dennis Heinemann Polizeibeamter, dann zog es ihn in die Kommentatorenkabine. Jetzt will der Ex-Regionalligaspieler dem Tischtennissport mit seiner buchbaren Box „KLIK“ in Bremen ein moderneres Image verleihen.

    Dennis Heinemann bietet jetzt buchbare Tische in Bremen an (©KLIK)

    Schwarzer Boden, schwarze Tische - dazu orangefarbene Highlights hier und da. Nein, wir befinden uns nicht bei einem WTT-Turnier, sondern in der buchbaren Tischtennis-Box „KLIK“, die im Schuppen Eins in der Bremer Überseestadt neben Cafés, Fahrradgeschäft und Escape Room ein neuer Anlaufpunkt für Freizeit- und Vereinsspieler, Einzeltraining, Firmenevents und Kindergeburtstage werden soll.

    Der Mann hinter den Glaswänden, durch die man vom Gang des riesigen Kai-Schuppens auf das Treiben an den beiden Tischtennistischen blickt, ist Dennis Heinemann, der in der Tischtennisszene nicht nur eine bekannte Stimme, sondern inzwischen auch ein bekanntes Gesicht ist. Der ehemalige Regionalligaspieler des TSV Lunestedt kommentiert seit ein paar Jahren nicht mehr nur die TTBL-Spiele des SV Werder Bremen, sondern wird von Dyn und Eurosport vielseitig im Tischtennis und Tennis eingesetzt. Trotzdem hat Heinemann noch Kapazitäten für ein neues Projekt: Mit „KLIK“ will der 37-Jährige dazu beitragen, dass Tischtennis in Bremen sichtbarer wird und ein moderneres Image bekommt. 

    Vom Polizisten zum Kommentator

    „Hier sieht es halt mal nicht nach Sporthalle aus, das Motto ist eher ‚Tischtennis meets Industrie‘ - mit viel Stahl, Glas, dem schwarzen Boden“, erklärt Heinemann. „Alles ist moderner und stylischer, so dass man, wenn man von draußen reinschaut, denkt: Ah, so kann Tischtennis auch aussehen!“ Für den Bremer ist der Aufbau solch eines Businesses zwar Neuland. Mit Quereinstiegen kennt sich Heinemann jedoch bestens aus. So kündigte er 2020 seinen sicheren Beamtenjob bei der Polizei, um sich künftig seiner wirklichen Leidenschaft, der Arbeit mit Sprache und Stimme, zu beschäftigen. „Ich glaube, dass ich einfach dieses Polizisten-Gen nicht in mir getragen habe“, begründet er seinen Berufswechsel mit ein paar Jahren Abstand. „Es war immer okay für mich, den Job zu machen, die Sicherheit zu haben und ein regelmäßiges Einkommen zu erhalten, während ich damals nebenbei noch sehr aktiv im Tischtennis war. Aber ich hatte nie das Gefühl, mit Leib und Seele Polizist zu sein.“

    Als er dann Probleme mit der Hüfte bekam und sein Fokus vom Sport noch mehr zur Arbeit zu wandern drohte, beschloss er: Etwas muss sich verändern. „Ich habe schon damals damit angefangen, Berichte über Spiele zu schreiben, habe einen Blog geführt, einen Podcast gemacht. Und als Sportdeutschland.tv dann einen Kommentator für die Bundesligaspiele von Werder Bremen suchte, hat mein bester Kumpel, der Co-Trainer bei Werder war, mich ins Gespräch gebracht“, erinnert sich Heinemann. „Da habe ich bei meinem ersten Spiel als Kommentator sofort gemerkt, dass es mir großen Spaß macht, mit der Stimme zu arbeiten. Das hat in mir ein neues Feuer entfacht.“

    Von da an erklomm der Norddeutsche eine Stufe auf der Karriereleiter nach der anderen: Eurosport engagierte ihn neben Steffen „Speedy“ Fetzner als Kommentator für die Tischtenniswettbewerbe der Olympischen Spiele 2021 in Tokio, 2022 durfte er seinen ersten Grand Slam in seiner zweiten Lieblingssportart Tennis kommentieren - inzwischen bildet er bei Dyn ein Duo mit Ikone Timo Boll. „Das ist für mich eigentlich das größte Highlight. Wenn mir das damals jemand gesagt hätte, hätte ich es wohl nicht geglaubt“, schmunzelt Heinemann heute. Bei diesen guten Connections ist es also keine Überraschung, dass sich Boll auf dem Instagram-Auftritt von „KLIK“ ebenfalls schon zu Wort gemeldet hat und die Bremer Box als „coole Location“ bezeichnet.

    Das Farbkonzept von "KLIK" dreht sich um Schwarz und Orange (©KLIK)

    Günstiges Momentum nutzen

    Das Netzwerk, das sich Heinemann in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, war ein Faktor, der ihn ermutigt hat, „KLIK“ ins Leben zu rufen. Außerdem spürt er gerade ein Momentum auf Seiten des Sports, das er nutzen will: Angefangen mit dem Hollywoodfilm „Marty Supreme“ mit Tischtennisbezug und einem Mini-Auftritt von Timo Boll, über Fan Zhendongs Engagement in der TTBL oder den von den Lebrun-Brüdern ausgelösten Hype in Frankreich, bis hin zu den erfolgreichen Clubs von Ding Dong Ping Pong, die in Berlin und Essen Tische vermieten. „Tischtennis steht in der Gesellschaft gerade ganz gut da“, findet Heinemann, der über den Padel-Sport die Bekanntschaft mit dem komfortablen Buchungssystem der Playtomic-App gemacht hat. „Da dachte ich mir: Das passt doch alles super zusammen. Und nun sind wir mit ‚KLIK‘ die Ersten, die die App für Tischtennis nutzen.“ 

    Interessierte können sich im Schnitt für etwa zehn Euro pro Person eine Stunde lang einen Tisch mieten. Die Zielgruppe umfasst Vereinsspieler, die nicht zu jeder Zeit in ihre Halle können, Akteure, die gerne Einzeltraining nehmen möchten - mit Philipp Floritz hat Heinemann bereits einen namhaften Trainer gewinnen können -, Firmen und Privatpersonen, die kleine Events veranstalten möchten, und die Laufkundschaft, die in der Mittagspause ein paar Bälle spielen will. „Wir wollen dabei den Vereinen keine Konkurrenz machen, die muss es weiter geben und die müssen wachsen“, betont der 37-Jährige. „‚KLIK‘ soll Tischtennis auch außerhalb der Bubble sichtbarer machen und einen Zugang zum Sport für jene schaffen, die in keinem Verein sind.“ 

    Ein bisschen Bammel, dass ihm die Betreuung von „KLIK“ neben seinen Aufgaben als Kommentator zu viel werden könnte, hat Heinemann schon. Ein erneuter radikaler Jobwechsel ist allerdings nicht geplant. „Das Kommentieren bleibt auf jeden Fall mein Hauptstandbein“, stellt er klar. „Jetzt muss man erst mal schauen, wie sich das Ganze entwickelt“ - und ob es auch bei den Bremern „KLIK“ macht.

    Zur Homepage und Instagram-Kanal von 'KLIK' und Dennis Heinemann.

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