Blog: Buhlen um (junge) Neuzugänge, Luft nach Ferien raus?

myTT-Redakteur Fabian Kleintges-Topoll blickt auf die Trainingsmotivation nach dem Saisonende – und darauf, wie Vereine wie seiner um Nachwuchs kämpfen, während Wechsel im Dorf-Tischtennis immer schwieriger werden.

Die Relegationsspiele stehen zwar noch an, im WTTV ist die Saison seit dem vergangenen Wochenende aber offiziell beendet. Gefühlt war sie das vielerorts schon vorher. Denn ausgerechnet die Osterferien sorgen für einen Bruch im Rhythmus: Zwei Wochen Pause, kein Punktspielbetrieb, bei gutem Wetter lässt auch die Trainingsbeteiligung nach. Und danach? Der letzte Spieltag. Eigentlich der Moment, in dem noch einmal alles rausgehauen werden sollte.
Ich habe es selbst gemerkt: Meine Saison war bereits am 22. März beendet. Hätte ich Mitte April noch mal spielen müssen, wäre es mir nicht leicht gefallen, die Spannung hochzuhalten – zumal viele gedanklich schon im Sommermodus sind. Und genau das höre ich aktuell aus vielen Vereinen: Die Luft ist dann ein Stück weit raus. Unsere Erste bewies dennoch das Gegenteil und holte als feststehender Absteiger noch einen Sieg zum Abschluss in der Bezirksoberliga. Geht es in der Liga noch um etwas, sieht das Ganze natürlich anders aus.
Viel größere Baustelle: Nachwuchs
Während sportlich der Fokus bereits nachlässt, kämpfen viele Vereine im Hintergrund mit ganz anderen Problemen. Der Blick geht längst Richtung neue Saison – und da wird es bekanntlich oft schwierig. „Wir hätten gerne noch einen Jugendlichen für die erste Mannschaft, aber es ist halt nicht mehr so einfach wie früher“, sagte mir jüngst ein Abteilungsleiter aus der Region. Ein Satz, der sinnbildlich für viele Dorfvereine steht.
Denn gerade sie haben es zunehmend schwer, Neuzugänge zu gewinnen. Wenn überhaupt jemand dazukommt, dann meist, weil er neu zugezogen ist und nach einem neuen Verein Ausschau hält. Klassische Vereinskarrieren aus der eigenen Jugend werden, zumindest bei uns, immer seltener, wenn es überhaupt noch Nachwuchs gibt.
Ein großes Problem, das ich auch aus dem eigenen Verein kenne. Bei uns ist die Jugendarbeit durch Corona nahezu komplett weggebrochen – auch, weil wir als damalige Jugendtrainer inzwischen beruflich stärker eingespannt sind und für den nötigen Einsatz schlicht die Zeit fehlt. Früher standen regelmäßig rund 20 Kinder in der Halle. Heute ist davon kein Einziger mehr übrig. Es droht ein Teufelskreis: Keine Trainer – kein Training – keine Jugend – keine Zukunft. Perspektivisch könnten vermutlich nur Vereinsfusionen für manche Klubs zur einzigen Lösung werden.
Welche Aktionen sind sinnvoll?
Einige Klub versuchen gegenzusteuern – etwa mit Aktionen wie einem „Tag der Vereine“, bei uns organisiert von der örtlichen Feuerwehr. Ziel ist es, Kinder aus dem Stadtgebiet wieder für Sport und Vereinsleben zu begeistern. Dazu kommen Ideen wie Programme in den Sommerferien: niedrigschwellige Angebote, Spaß im Vordergrund, erste Kontakte zum Tischtennis.
Versuche wie eine Schul-AG oder Flyeraktionen brachten bei uns nie den erhofften Effekt. Social-Media könnte der richtige Weg, um wieder Leben in die Hallen zu bringen. Denn klar ist: Wer heute nicht in die Jugend investiert, hat morgen keine Mannschaft mehr. Parallel läuft das klassische Buhlen um Spieler. Die Wechselfrist steht vor der Tür, Gespräche laufen, WhatsApp-Gruppen glühen. Doch die großen Wechsel bleiben oft aus. Viele bleiben ihrem Verein treu oder hören ganz auf. Der Markt wird kleiner, die Konkurrenz größer.
Immerhin kann ich mich schon bald wieder motivieren. Ab Mai steht für mich die sechste Teilnahme am Sommer-Team-Cup bevor. Ich kann jedem aus eigener Erfahrung nur empfehlen, sich mit seinen Freunden für das Turnier anzumelden, um die lange Pause mit TTR-relevanten Wettkämpfen zu überbrücken.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gesammelt? Dann berichtet darüber gerne in der Kommenterspalte.
7 Kommentare
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