Die lange Noppe: Aktiver Block & Kick auf Unterschnitt
Auch Ni Xia Lian begegnet Bällen mit Überschnitt mit einem aktiven Block (©Roscher)
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DER AKTIVE BLOCK
Beim aktiven Block wird der mit Überschnitt ankommende Ball mit viel Unterschnitt zurückgeblockt. Die Geschwindigkeit des ankommenden Balls wird herausgenommen oder zusätzlich in Rotation verwandelt. Bälle können mit verschiedenen Längen geblockt werden, dies erfordert allerdings ein perfektes Timing des Schlags.
Ausholphase
Der Spieler stellt sich parallel zur Grundlinie und verteilt das Körpergewicht gleichmäßig auf beide Beine. Die Schulterlinie ist parallel zum Netz gerichtet. Eine leichte Drehung bringt die rechte Schulter ein wenig nach vorne. Der Rumpf steht dadurch leicht schräg zur Grundlinie des Tisches. Zeitgleich wird der Schläger durch ein Beugen des Unterarms im Ellbogengelenk vor die Brust geführt. Der Ellbogen des Schlagarms bleibt dabei vom Körper entfernt. Zwischen Ober- und Unterarm entsteht dabei ein spitzer Winkel. Das Schlägerblatt ist horizontal oder leicht geschlossen.
Schlagphase und Balltreffpunkt
Der Schläger macht im Balltreffpunkt eine schnelle Bewegung von oben nach unten aus dem Ellbogen. Der Arm wird dabei fast gestreckt, der Schläger bleibt auf einer Ebene. Der Ball wird in der aufsteigenden Phase oder am höchsten Punkt getroffen. Der Winkel des Schlägerblattes richtet sich nach der Rotation und Geschwindigkeit des ankommenden Balls. Der Ball wird tangential getroffen.
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Ausschwung- und Rückholphase
Die Bewegung des Schlägers endet auf Höhe des Tisches. Die Schlägerspitze bleibt seitlich nach links, die Schlagseite zum Netz gerichtet. Der Schlagarm ist fast gestreckt und bildet einen stumpfen Winkel. Der Schläger wird anschließend zurück in die Neutralposition geführt.
Typische Fehler und methodische Hinweise
• Die Abwärtsbewegung des Schlägers wird langsam durchgeführt. Dadurch bleibt die volle Geschwindigkeit des ankommenden Balles erhalten und er erhält keine zusätzliche Rotation. Der Ball fliegt zu schnell und über den Tisch und\oder ohne Rotation zurück.
• Der Schläger wird im Balltreffpunkt nach vorne geführt. Der Ball wird dadurch beschleunigt und fliegt über den Tisch.
• Das Schlägerblatt ist zu weit geöffnet. Der Ball steigt dadurch.
KICK AUF UNTERSCHNITT
Der Kick ist ein Angriffsschlag, der dem Rückhandtopspin ähnelt. Aufgrund der geringeren Griffigkeit mit der langen Noppe ist eine explosive Beschleunigung notwendig, um den mit Unterschnitt ankommenden Ball mit Überschnitt\Topspin zurückzuspielen. Der Kick ist deutlich druckvoller als der Druckschupf. Um einen erfolgreichen Kick zu spielen, ist eine sehr gute Position zum Ball notwendig, im Gegensatz dazu eignet sich der Druckschupf auch zum Einsatz in Notsituationen mit schlechter Position zum Ball.
Ausholphase
Der Spieler stellt sich parallel zur Grundlinie und verteilt das Körpergewicht gleichmäßig auf beide Beine. Die Schulterlinie ist parallel zum Netz gerichtet. Eine leichte Drehung bringt die rechte Schulter ein wenig nach vorne. Der Rumpf steht dadurch leicht schräg zur Grundlinie des Tisches. Zeitgleich wird der Schläger abgesenkt und das Handgelenk leicht vorgestreckt. Der Schläger befindet sich in etwa auf Höhe der Hüfte. Der Ellbogen des Schlagarms bleibt dabei vom Körper entfernt und bildet zwischen Ober- und Unterarm einen stumpfen Winkel. Das Schlägerblatt ist dabei leicht geschlossen bis horizontal.
Schlagphase und Balltreffpunkt
Der Schläger macht im Balltreffpunkt eine explosive Bewegung aus dem Ellbogen und dem Handgelenk von unten nach oben. Der Arm rotiert dabei um den Ellbogen, der Schläger bleibt auf einer Ebene. Der Ball wird etwa am höchsten Punkt getroffen. Der Winkel des Schlägerblattes richtet sich nach der Rotation und Geschwindigkeit des ankommenden Balls. Der Ball wird tangential zwischen Äquator und Nordpol getroffen.
Ausschwung- und Rückholphase
Die Bewegung des Schlägers endet auf Kopfhöhe. Die Schlägerspitze zeigt nach vorne in Schlagrichtung, die Schlagseite zum Netz gerichtet. Der Schlagarm ist fast gestreckt und bildet einen stumpfen Winkel. Der Schläger wird anschließend zurück in die Neutralposition geführt.
Typische Fehler und methodische Hinweise
• Die Bewegung wird stark nach vorne ausgeführt. Der Ball hat keine Flugkurve, sondern fliegt gerade und leer.
• Das Handgelenk wird nicht eingesetzt. Dadurch wird der Ball nicht ausreichend beschleunigt und hat keine Rotation und Geschwindigkeit.
• Die Schlagbewegung wird aus der Schulter statt aus dem Ellbogen ausgeführt. Der Ball erhält keine Geschwindigkeit und keine Rotation. Die Schlagbewegung ist sehr lang, was zu Problemen beim folgenden Schlag führen kann.
• Die Schlagbewegung wird nicht explosiv ausgeführt. Der Ball ist dadurch langsam und rotationslos.
• Der Schläger ist geöffnet. Der Ball erhält keine Rotation und wird nur gehoben oder fliegt über den Tisch.
ÜBUNGEN
Übung 1:
Spieler A (kein Noppenspieler) zieht Vorhand-Topspins oder spielt Vorhand-Schupf in die gesamte Rückhandhälfte von Spieler B (Noppenspieler auf der RH). Dieser blockt aktiv oder passiv oder spielt einen Druckschupf (falls der ankommende Ball ein Schupf ist).
Irgendwann wechselt Spieler B durch einen RH-Kick in die Rückhand von Spieler A.
Anschließend freies Spiel.
Übung 2:
Spieler A macht einen kurzen Aufschlag mit Unterschnitt in die Vorhand von Spieler B. Dieser schupft mit der Vorhand lang in die Rückhand von Spieler A. Von dort wird ein Rückhand-Topspin diagonal gezogen, der von Spieler B mit einem aktiven Rückhand-Block diagonal beantwortet wird. Spieler A spielt darauf einen Rückhandschupf, worauf Spieler B einen Rückhand-Kick in die Tischmitte spielt. Anschließend freies Spiel.
Übung 3:
Spieler A macht einen kurzen Unterschnittaufschlag in die Vorhand. Spieler B spielt diesen Ball kurz zurück, worauf Spieler A einen langen Schupf in die Rückhand spielt. Spieler B spielt einen Rückhand-Kick in die Tischmitte. Anschließend freies Spiel.
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Autoren: Joachim Gögel & Jane Karla Rodrigues














