Belagtest: Tibhar 1Q stark in der Halbdistanz
Nicht nur brandneu, sondern auch blitzschnell: der Tibhar 1Q
Von der Kreisklasse bis zur Regionalliga war unter den Testern fast jede Spielklasse vertreten. Dieses breite Spektrum mag ein Grund dafür gewesen sein, dass die Meinungen im Tibhar 1Q-Belagtest teilweise auseinander gingen. Einig war man sich allerdings im Gesamturteil: Mit einer Durchschnittsnote von 7,5 kann sich der Tibhar 1Q durchaus sehen lassen. Manche der User waren sogar so begeistert, dass sie den Belag gleich auf dem Schläger ließen. So sichert Elena Peitsch (Oberliga) auf ihrem Testbogen zu: "Ich war überrascht, wie viel besser der 1Q zu spielen ist als mein alter Belag. Werde auf jeden Fall umsteigen."
Vor allem im Punkt 'Geschwindigkeit' konnte der Tibhar 1Q halten, was er verspricht. Das zeigen nicht nur die Kommentare der Tester, wie zum Beispiel von Luisa Windirsch (Verbandsliga), die bemerkt: "Der Tibhar 1Q ist wirklich der schnellste Belag, den ich gespielt habe." Auch die vergebenen Noten deuten in diese Richtung. So geben 74 Prozent dem getesteten Belag in der Kategorie 'Speed' die Höchstnoten 9 oder 10, was im gesamten Test das eindeutigste Ergebnis darstellt. Nur einzelne Bewertungen fielen in diesem Punkt aus der Reihe. So bemängelt Regionalliga-Spielerin Anke Brück, die dem Tibhar 1Q ansonsten ein gutes Zeugnis ausstellt, zum Beispiel, dass "dem Belag etwas Tempo und Effet für die höherklassigen Spieler" fehle.
Mit starkem Katapult muss man umgehen können
Sebastian Faulwasser (Verbandsliga) lobt hingegen: "Ich war von dem Katapult in jeder Situation begeistert." Wie ihm ist vielen anderen Testern dieser Effekt beim Tibhar 1Q besonders ins Auge gefallen. Diese Waffe muss der Spieler aber auch zu kontrollieren wissen. Hier gibt es im Test die meiste Kritik. "Für mich ist der Katapult des Belags zu hoch, bei vielen kurzen Bewegungen fehlt mir die Kontrolle", bemängelt zum Beispiel Sven Albrecht (Bezirksklasse). "Relativ wenig Kontrolle z.B. im Vergleich zu Stiga Calibra LT oder dem Adidas TenZone. Eher zum 'Draufhauen' geeignet denn für kontrolliert aggressives Spiel", findet Marcel Bigorajski (Bezirksklasse Jugend).
Interessanterweise loben andere Tester ausdrücklich diesen Punkt auf der Bewertungsliste. So spricht Anke Brück zum Beispiel von einer "herausragenden Kontrolle" und Dominik Sagawe (Landesliga) merkt an: "Ein schneller und spinfreudiger Belag, welcher aber noch gut zu kontrollieren ist, trotz des hohen Katapulteffekts." Aufgrund dieser unterschiedlichen Meinungen variiert auch die Note im Bereich 'Kontrolle' zwischen 4 und 10 Punkten.
"Eine echte Granate besonders aus der Halbdistanz"
Des Rätsels Lösung könnte in der Distanz liegen, denn während der Belag vor allem für das kurze Spiel über dem Tisch von manchen Testern als zu schnell empfunden wird, macht er in der Halbdistanz durchweg einen fabelhaften Eindruck. Während Daniel Ogor den Tibhar 1Q dort als eine "echte Granate" beschreibt, bringt es Luisa Windirsch wie folgt auf den Punkt: "Meiner Meinung nach ist dieser Belag für Spieler ausgelegt, die nur aus der Halbdistanz agieren. Ich spiele jedoch meistens tischnah, wobei ich beim 1Q arge Probleme hatte, überhaupt einen sicheren Topspin auf den Tisch zu bekommen. Sobald ich mich jedoch 1-2 Schritte nach hinten bewegte, landete der Ball durch seine hohe Flugkurve immer auf dem Tisch, egal ob man den Ball richtig getroffen hat." Dementsprechend gut fallen auch die Noten für das Spiel aus der Halbdistanz aus. 61 Prozent der Tester vergeben für diesen Punkt eine der beiden Bestnoten.
Die Eignung für den Gegentopspin wird von den ausgewählten Spielern im Durchschnitt mit der Note 8 bedacht, wobei die Bewertungen zwischen 4 und 10 variieren. Im Aufschlag-Rückschlagspiel schafft es der Tibhar 1Q auf durchschnittlich 7 Punkte, wobei auch hier Ausreißer nach oben zu verzeichnen sind.
Spin scheidet die Geister
Wie in der Kategorie 'Kontrolle' gibt es auch beim 'Spin' unterschiedliche Ansichten. Die Punkteverteilung fällt zwar noch recht einheitlich aus, da 70 Prozent der Tester den Belag mit der Note 8 oder 9 bewerten. Die Kommentare reichen allerdings von "Die Bälle haben nicht sonderlich viel Spin" (Dennis Hönes aus der Bezirksklasse) bis zu "Die Topspins lassen sich mit dem Belag sehr klar und mit hohem Spin positionieren" (Dustin Peterson aus der Bezirksklasse).
Auch der Sound ist offensichtlich Geschmacksache. Während manche Tester für diese Kategorie nicht so tief in die Punktekiste greifen, ist Sven Albrecht hingegen völlig begeistert und schreibt: "Der Sound ist echt genial." Auch Luisa Windirsch ist gleich beim Einspielen "der schöne ‚Klick-Effekt’ aufgefallen".
Ist der Tibhar 1Q sein Geld wert?
Trotz der einzelnen kritischen Anmerkungen fällt das Gesamturteil der myTischtennis.de-User äußerst positiv aus. Für die gute Qualität des Belags sind einige Spieler daher auch bereit, den veranschlagten Preis zu zahlen (bei unserem Partner Schöler&Micke kostet der Tibhar 1Q momentan 46,90 Euro), obwohl die Haltbarkeit in der Kürze der Zeit nicht ausreichend bewertet werden konnte, wie Kay Seyffert (Verbandsliga) und Wilhelm Roskamm (Bezirksklasse) bemerken. Auch Fabian Sebrantke (1. Kreisliga) zieht am Ende ein positives Fazit: "Insgesamt bin ich vom Tibhar 1Q durchweg überzeugt. Für den stolzen Preis bekommt man einen für das moderne Offensivspiel bestens ausgestatteten Belag. Der hohe Speed und die Kontrolle erfordern einen hohen Trainingsaufwand, der sich jedoch auf jeden Fall auszahlt."
(Janina Schäbitz)








