Konkurrenz schläft nicht: Liu Guoliang warnt Zhang Jike
Er ist zwar unter anderem Weltmeister, auf seinen Lorbeeren darf sich Zhang Jike aber trotzdem nicht ausruhen (©Schillings)

Ist es, wenn man mit 24 Jahren schon alle großen Titel erreicht hat, schwer, sich noch zu motivieren? Oder befindet sich Zhang Jike momentan einfach in einem - für seine Verhältnisse - vorübergehenden Leistungstief? Woran es auch liegen mag, Fakt ist, dass der Grand Slam-Sieger in den vergangenen Wochen so manches Spiel unerwartet verloren hat, was Liu Guoliang nicht gerade mit Freude erfüllt hat. Sie werden sich jetzt vielleicht fragen: Und wo ist das Problem? Kann nicht jeder mal eine schlechte Phase haben? Stimmt! Aber in China ist die Konkurrenz groß, sie lauert auf freie Plätze und die Nationaltrainer sind nicht darauf angewiesen, an früheren Champions festzuhalten.
So machte Liu Guoliang bereits nach der zweiten Phase seines WM-Auswahlwettbewerbs deutlich, dass Zhang Jike durchaus ersetzbar ist, wie die Online-Plattform Tabletennista berichtete. "Er hat nicht seine hundert Prozent gegeben, um vorzustoßen. Das ist ein schlechtes Zeichen", bemerkte Chinas Nationaltrainer. "Wenn man sich nicht festsetzt, könnte man die nächsten Olympischen Spiele verpassen und nur eine traurige Erinnerung sein."
Diese Worte haben bei Zhang Jike offensichtlich nicht dazu geführt, den Turbo wieder anzustellen. Bei den Austrian Open hatte er zuerst große Mühen gegen Kenta Matsudaira, danach flog er im Viertelfinale gegen den Weltranglisten-45. Taku Takakiwa aus dem Wettbewerb. Auch dieser Patzer blieb nicht unkommentiert. Liu Guoliang haute in dieselbe Kerbe wie zuvor: "Wenn Zhang nicht die nötige Einstellung zum Wettkampf findet und sich nicht anstrengt, wird sein Ruhm bald verblassen. Gut möglich, dass London 2012 dann schon wieder sein letztes Olympia-Turnier war", zitierte ihn die Nachrichtenagentur SID.
Der Nationalcoach hat zudem nicht die Absicht, sich im neuen Olympiazyklus nur an früheren Errungenschaften zu orientieren. Er will auch den aufstrebenden Talenten eine Chance geben, die darum drängeln, in sein Blickfeld zu geraten. Die 'Alteingesessenen' seien zwar wichtige Vorbilder, aber momentan überrepräsentiert. Für die Kuwait und Qatar Open im Februar ist das Sextett Zhang Jike, Ma Lin, Ma Long, Wang Hao, Xu Xin und Yan An gemeldet. Wir sind gespannt, wer sich hier ins Rampenlicht spielen kann.
(JS)











