JOOLA EM-Quali: Solja Matchwinner, Herren verlieren
Petrissa Solja strich beim Spiel gegen Rumänien ein Extralob ein (©Steinbrenner)

Petrissa Solja avancierte beim Auftritt des Spitzenreiters Deutschland in Rumänien zum Matchwinner. Die 18-jährige Linkshänderin sorgte nicht nur in einem spektakulären Match gegen die Weltranglisten-14. Elizabeta Samara für die überraschende 1:0-Führung, Deutschlands Nachwuchshoffnung besiegte zudem auch beim Stande von 2:2 im entscheidenden Einzel ausgerechnet Bernadette Szocs, gegen die sie 2011 und 2012 im Finale der Jugend-Europameisterschaften jeweils das Nachsehen gehabt hatte.
Dabei erwies sich die Nummer 69 der ITTF-Notierung in beiden Begegnungen als überaus nervenstark. Die für Froschberg Linz (Österreich) spielende Solja wehrte gegen Samara im ersten Einzel bei einem 1:2-Satzrückstand mit 15:13 im vierten Satz die drohende Niederlage ab, und gegen Szocs zeigte sie sich auch dann stabil, als die Rumänin sich im dritten Durchgang nach einem 6:10-Rückstand sogar Satzbälle erspielte. Doch Solja entschied diesen und auch den vierten Durchgang in der Verlängerung für sich und sicherte Deutschland damit den Siegpunkt.
Shan Xiaona feiert erfolgreiches Debüt
Für den dritten Zähler der Deutschen sorgte die seit 1. Januar zum B-Kader des DTTB gehörende Shan Xiaona (Kroppach), die beim Stand von 1:1 Camelia Postoaca mit 3:0 auf Distanz hielt und damit ein souveränes Nationalmannschafts-Debüt feierte. Zhenqi Barthel (Bingen) ging diesmal trotz eifriger Bemühungen leer aus und musste Szocs (1:3) und Samara (2:3) gratulieren.
Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp, die ihren Assisten Wan Guohui auf die Reise nach Buzau geschickt hatte, freute sich über die gelungene Vorstellung ihrer Mannschaft: "3:2 ist ein gutes Ergebnis. Ich freue mich besonders über Pettis starke Leistung. Xiaona wurde heute zum ersten Mal für die deutsche Mannschaft eingesetzt. Trotz Nervosität konnte sie aber auf der dritten Position den Punkt machen. Wir können nun im März ohne großen Druck zum Spitzenspiel gegen Russland antreten." Am 12. März kommt es am fünften und letzten Spieltag der JOOLA-EM-Qualifikation in Haslach i.K. zum Showdown um den Gruppensieg gegen Russland, das sich heute mit 3:0 im Duell der Verfolger in Tschechien durchsetzte.
Herren kassieren erste Niederlage
Im Duell der beiden bislang ungeschlagenen Teams hatten Deutschlands Herren in Portugal mit 1:3 das Nachsehen. Portugal bleibt damit alleiniger Tabellenführer der Gruppe A und wird kaum noch vom ersten Platz zu verdrängen sein.
Mit Abstand bester Spieler im deutschen Dress war an diesem Abend Steffen Mengel. Der Frickenhausener, der bereits in der vergangenen Woche bei den Austrian Open gegen den Olympia-Vierten Chuang Chih-Yuan (Taiwan) ein bemerkenswertes Match gezeigt hatte, egalisierte auch in Portugal mit einer starken Vorstellung die Differenz von 121 bzw. 109 Weltranglistenplätze, die zwischen ihm (156) und Tiago Apolonia (35) bzw. Joao Monteiro (47) liegen. Gegen Apolonia belohnte er sich für seine gute Leistung mit einem 3:1-Erfolg und glich damit zum zwischenzeitlichen 1:1 aus, gegen Heißläufer Monteiro allerdings reichte es im ausverkauften Hexenkessel von Setubal nur zu einer knappen 2:3-Niederlage. Für seine Leistung verdiente sich Mengel ein Sonderlob von Bundestrainer Jörg Roßkopf: "Was der Steffen gespielt hat, war richtig stark. Er arbeitet unheimlich hart und konsequent an sich und erntet im Moment die Früchte dafür. So schnell und beweglich habe ich ihn noch nie zuvor gesehen und er spielt nun seit ein paar Wochen bereits auf einem richtig hohen Niveau."
Mengels starke Leistung reicht nicht zum Sieg
Mengels knappe Niederlage auf Augenhöhe gegen Monteiro setzte auch den Schlusspunkt unter die Begegnung, in der Portugal vor heimischem Publikum und Fernsehkameras zwar ins Wanken geriet, am Ende jedoch seiner Favoritenrolle gerecht wurde. Dass es nicht knapper wurde, lag auch daran, dass Ricardo Walther sich ein gutes Stück entfernt von seiner Bestform präsentierte. Der Düsseldorfer, immerhin auf Platz 175 der Weltrangliste notiert, verpasste es nach dem Break Mengels gegen Apolonia beim Stande von 1:1, Deutschland mit 2:1 in Führung zu bringen, indem er eine unerwartete 2:3-Niederlage gegen den 360 Plätze schlechter notierten André Silva (535) hinnehmen musste. Das erste Einzel des Abends hatte zuvor Philipp Floritz (Plüderhausen) mit 1:3 gegen Joao Monteiro verloren, der mit zwei Siegen Portugals Matchwinner war. Roßkopf: "Philipp hat nicht schlecht gespielt, aber das Spiel von Ricardo gegen Silva muss natürlich normalerweise kommen. Aber genau für diese Erfahrungen bestreiten wir ja auch die Matches mit einer jungen Truppe. Ricardo spielt nun schon einige Zeit ohne Selbstvertrauen und er muss lernen, dass er das nur über hartes und intensives Training und über Biss zurückgewinnen kann."
Am 12. März empfängt Deutschland nun im letzten Heimspiel der JOOLA-EM-Qualifikation die Mannschaft Frankreichs, die heute in Spanien mit 2:3 unterlag. In Merseburg benötigt die Roßkopf-Truppe dann einen Sieg, wenn sie sich den zweiten Platz in der Gruppe sichern will. Die Niederlage in Setubal nahm Jörg Roßkopf nicht tragisch. "Portugal war in dieser Aufstellung der Favorit und stellt ja auch hinter uns die zweitbeste Mannschaft in Europa. Ich bin mir sicher, dass es auch bei der EM auf einen Zweikampf dieser beiden Mannschaften hinauslaufen wird, aber dann spielen wir als Titelverteidiger natürlich mit einer anderen Mannschaft."
Die Ergebnisse im Überblick
Rumänien - Deutschland 2:3
Elizabeta Samara - Petrissa Solja 2:3 (10,-9,6,-13,-4)
Bernadette Szocs - Zhenqi Barthel 3:1 (-4,5,8,9)
Camelia Postoaca - Shan Xiaona 0:3 (-9,-4,-7)
Elizabeta Samara - Zhenqi Barthel 3:2 (-5,2,9,-6,8)
Bernadette Scocs - Petrissa Solja 1:3 (-8,5,-14,-10)
Portugal - Deutschland 3:1
Joao Monteiro - Philipp Floritz 3:1 (8,-9,3,6)
Tiago Apolonia - Steffen Mengel 1:3 (-4,7,-7,-5)
André Silva - Ricardo Walther 3:2 (-5,4,-11,7,5)
Joao Monteiro - Steffen Mengel 3:2 (8,7,-4,7,8)














