Buntes

Nina Mittelham: "Da macht es Spaß, sich zu quälen"

Was für eine Ausbeute! Als Nina Mittelham auch der dritte Titel sicher war, fühlte sie sich einfach nur überglücklich (©Steinbrenner)

25.07.2013 - Nina Mittelham gilt schon lange als großes Tischtennistalent. Mit ihrem sensationellen Abschneiden bei der Jugend-EM in Ostrava hat sie hinter diese Aussage nun drei Ausrufezeichen gesetzt - mit jedem Titel eins. In einem ausführlichen Interview haben wir die 16-jährige Willicherin die spektakulären Tage von Ostrava noch einmal Revue passieren lassen. Mit welcher Taktik konnte sie sich den Einzeltitel sichern und wie stellt sie sich ihre Zukunft vor? Das lesen Sie hier!

myTischtennis: Du hast drei Titel und eine Silbermedaille geholt! Wenn man solch ein Wahnsinnsturnier gespielt hat, woran erinnert man sich da am liebsten?

 

Nina Mittelham: Als ich den Matchball gegen Bernadette Szocs verwandelt habe. Ich glaube, das war der beste Moment für mich im ganzen Turnier, auch wenn das nur das Halbfinale war. Aber es hat sich angefühlt wie das Finale!

 

myTischtennis: Was hattest du in dem Spiel für einen Eindruck von der Rumänin, die die Jugend-EM in den letzten vier Jahren dominiert hat?

 

Nina Mittelham: Ich glaube, dass sie lieber gegen jemand anders gespielt hätte. Ich komme ganz gut gegen sie klar und hätte auch im Teamwettbewerb gegen sie gewinnen können, bin dann aber knapp gescheitert. Und im Einzel hatte ich bis dahin auch noch keine Schwäche gezeigt…

 

myTischtennis: Hattest du dich denn im Vorfeld der EM auch ganz gezielt auf Bernadette Szocs vorbereitet? Und welche Taktik hast du dir zurechtgelegt?

 

Nina Mittelham: Ich habe mir Videos von ihr und Lea Rakovac angeschaut, denn das waren die Gegnerinnen, gegen die ich die meisten Probleme hatte. Und ich habe natürlich gehofft, dass ich es bis ins Halbfinale schaffe und diese Spiele dann auch zustande kommen. Als Taktik habe ich mir vor allem vorgenommen, selbst aktiv zu spielen. Bei eigenem Aufschlag habe ich zu 90 % den Punkt gemacht. Beim Rückschlag wollte ich dann versuchen, schnell ins Spiel zu kommen. Aber wenn ich mit meinem Aufschlag immer so gut durchkomme, brauche ich pro Satz ja auch immer nur noch ein paar Punkte extra zu machen.

 

myTischtennis: Und deine Taktik ist voll aufgegangen. Du hast der Titelfavoritin keinen Satz gelassen. Wie ging es dir dann vor dem Endspiel? Warst du um so siegessicherer oder hat der Erfolg gegen Szocs den Druck erhöht?

 

Nina Mittelham: Ich habe mir gedacht: Selbst wenn ich verlieren sollte, habe ich trotzdem gegen Szocs gewonnen. Das Finale war mehr wie eine Zugabe - mit einer Gegnerin, gegen die ich gewinnen kann, wenn ich gut spiele.

 

myTischtennis: Erinnerst du dich noch daran, was du in dem Moment gedacht hast, als du auch noch Rakovac bezwungen hattest?

 

Nina Mittelham: Ich war einfach überglücklich. Das ganze Training, das ja auch nicht immer Spaß macht, hatte sich ausgezahlt. Wenn man so ein Turnier gewinnt, merkt man, was für Fortschritte man gemacht hat. Und da macht es auch Spaß, sich weiterhin zu quälen.

 

myTischtennis: Hattest du denn auch Freunde oder Familie in Ostrava dabei, die dich gepusht und diesen Moment mit dir geteilt haben? Oder kriegst du vom Publikum eher nichts mit?

 

Nina Mittelham: Ja, meine Familie war da. Und ich merke schon, wenn sie da sind. Also ich glaube nicht, dass ich schlechter gespielt hätte, wenn sie nicht da gewesen wären. Aber wenn sie da sind, dann ich das halt einfach ein ganz anderes Gefühl.

 

myTischtennis: Ein ganz besonderer Fan hat dein Abschneiden offenbar von China aus beobachtet. Dimitrij Ovtcharov, der ja auch ein bisschen dein Vorbild ist, wie ich hörte, hat dir nach deinem Sieg eine Nachricht geschickt. Was bewunderst du an Ovtcharov und was hast du gedacht, als er dir gratuliert hat?

 

Nina Mittelham: Ich finde es einfach cool, wie er spielt, und er ist mir sehr sympathisch. Und als ich die Nachricht von Dirk Schimmelpfennig und Jörg Bitzigeio bekommen habe, war ich schon ein bisschen geflasht. Da habe ich einfach überhaupt nicht mit gerechnet. Und ich muss sagen, da bin ich schon ein bisschen stolz drauf. Wenn ein Profi so was schreibt, ist das einfach ein richtig schönes Gefühl.

 

myTischtennis: Das Ergebnis ist ja eigentlich kaum zu toppen. Was nimmst du dir für die nächste Jugend-EM vor?

 

Nina Mittelham: Ich denke, dass es schwer wird, das zu wiederholen. Andererseits ist bei so einem Turnier auch nichts unmöglich. Im Einzel möchte ich meinen Titel gerne verteidigen. Im Doppel wird das sehr schwer, weil ich nicht mehr mit Theresa (Kraft, Anm. d. Red.) zusammen spielen kann. Aber in diesen beiden Wettbewerben kann halt einfach auch alles passieren.

 

myTischtennis: Du bist noch sehr jung, 16 Jahre alt. Hast du schon Pläne, wie es für dich weitergehen soll, ob das Profidasein was für dich wäre?

 

Nina Mittelham: Im Moment sieht es ganz danach aus, dass ich eine Schulzeitstreckung mache und die nächsten zwei Schuljahre in drei Jahren absolviere, damit ich mehr Zeit für Turniere usw. habe. Ich würde das mit dem Profidasein gerne machen, aber da muss ich abwarten, wie es läuft, wenn es so weit ist. Ich habe auch schon überlegt, ein duales Studium zu machen, die Bereiche Sport und Mathe würden mich interessieren. Aber bis dahin habe ich ja noch drei Jahre Zeit…

 

(JS)

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