Plausch mit Jenny Mellström: Wer ist Dimas Herzdame?

Frisch verlobt: Jenny Mellström und Dimitrij Ovtcharov während ihres Urlaubs in Abu Dhabi (©privat)
Buntes - 29.01.2013

Für Dimitrij Ovtcharov läuft momentan offensichtlich alles rund - sportlich wie privat. Nach seinem grandiosen Jahr 2012, in dem er sich unter anderem zweimal Bronze bei den Olympischen Spielen sicherte, erfüllte er sich nun direkt den nächsten Traum und bat seine Freundin Jenny Mellström um ihre Hand. Doch wer ist die Frau an 'Dimas' Seite? Wir haben die Schwedin, die in ihrer Jugend selbst ein hoffnungsvolles Tischtennis-Talent war, getroffen und kennengelernt.

myTischtennis: Frau Mellström, in Ihrer Jugend haben Sie selbst Tischtennis gespielt. Warum haben Sie damit aufgehört?

 

Jenny Mellström: Ich wollte einfach auch andere Erfahrungen machen, reisen und etwas außerhalb der Tischtennishalle erleben. Das ist der Hauptgrund. Ich habe zehn Jahre lang in der Nationalmannschaft gespielt und mehrere Male die Schwedischen Jugend-Meisterschaften gewonnen. Dann habe ich mich dazu entschlossen, nach Japan zu ziehen, wo ich etwa ein Jahr gespielt habe. Der Unterschied zwischen dem Training dort und zu dem, was ich gewohnt war, war enorm. So hatte ich es schwer, mich wieder umzugewöhnen, als ich zurückkam. Ich habe dann überlegt, für längere Zeit nach Japan zu gehen, aber nicht nur das Training dort war anders - auch das Leben. Da ich nichts halbherzig tun kann, hätte ich, wenn ich hätte weitermachen wollen, alles gegeben und wäre nach Japan zurückgegangen. Es war eine knappe Entscheidung, aber am Ende lief es darauf hinaus, dass ich alles, was ich gelernt und erlebt habe, mit mir nehme und ein neues Kapitel meines Lebens beginne.

 

myTischtennis: Kommt es denn trotzdem vor, dass Dimitrij und Sie gegeneinander spielen, auch wenn Sie Ihre professionelle Karriere beendet haben?

 

Jenny Mellström: Ja, das kommt vor - im Urlaub, zum Spaß, wenn er ein bisschen trainieren möchte. Er gibt mir oft ein paar Sonderpunkte, es macht wirklich Spaß mit ihm zu spielen.

 

myTischtennis: Aber eine Chance haben Sie nicht...

 

Jenny Mellström: (lacht) Nein, nicht so wirklich. Wenn man ihn während eines Spiels beobachtet, denkt man, dass zum Beispiel seine Aufschläge sehr gut sind. Aber wenn man versucht, einen solchen Aufschlag selbst zurückzuspielen, sieht man, wie gut sie wirklich sind.

 

myTischtennis: Nun haben Sie ja also beide Ihre Erfahrungen am Tischtennistisch. Haben Sie sich denn auch in der Halle kennengelernt?

 

Jenny Mellström: Ja, wir haben uns zum ersten Mal mit 15 Jahren getroffen und uns auf ein paar Turnieren gesehen, aber nicht viel miteinander gesprochen. Nach einiger Zeit haben wir uns immer öfter unterhalten… Vor etwa drei Jahren sind wir zusammen nach Prag gefahren und seitdem sind wir ein Paar.

 

myTischtennis: Letztes Jahr sind Sie dann auch nach Düsseldorf gezogen. Wie gefällt Ihnen diese Stadt und Deutschland im Allgemeinen?

 

Jenny Mellström: Ich mag Deutschland sehr, besonders Düsseldorf. Es ist schön hier, die Innenstadt ist groß und hat viel zu bieten. Das ist gut, da ich ja Stockholm, eine andere schöne und große Stadt, gewöhnt bin. Besonders gut gefällt mir das japanische Viertel in Düsseldorf, das wir oft aufsuchen. Wir essen gerne japanische Speisen - dafür gehen wir nicht nur in die Restaurants, sondern kaufen auch Lebensmittel dort, um zu Hause japanisch zu kochen.

 

myTischtennis: Haben Sie auch einen Job hier in Düsseldorf?

 

Jenny Mellström: Meine Familie leitet zwei Privatschulen in Schweden und ich trage dazu bei, indem ich mich um Marketing-Aufgaben kümmere. Das ist perfekt, weil ich online arbeite und so von hier oder von irgendwo anders, wohin ich mit Dima reise, aus arbeiten kann.

 

myTischtennis: Als Dimitrij Ovtcharovs Verlobte hat man es ja aber wahrscheinlich gar nicht unbedingt nötig, zu arbeiten… 

 

Jenny Mellström: Ich arbeite gerne, lerne gerne neue Dinge und möchte mich als Person weiterentwickeln, ungeachtet dessen, was Dima arbeitet und verdient.

 

myTischtennis: In das oft bemühte Klischee einer Fußball-Spielerfrau passen Sie also eher nicht. Wie ist es denn, mit einem bekannten Tischtennisspieler verlobt zu sein?

 

Jenny Mellström: Wir machen darüber manchmal unsere Scherze. Dima sagt, wenn ich mal ein paar Fußball-Spielerfrauen als Freundinnen habe, bin ich dann die "Tischtennis-Frau" (lacht).

 

myTischtennis: Wie oft sieht man Sie denn auf der Tribüne, wenn Ihr Verlobter an einem Turnier teilnimmt?

 

Jenny Mellström: So oft wie möglich, ich begleite ihn fast zu allen Wettbewerben. Es ist ein Vorteil, dass ich Tischtennis wirklich liebe. Eine Woche oder ein Wochenende den ganzen Tag in der Halle zu verbringen, ist ein Privileg für mich. Andere Leute würden sich vielleicht langweilen, aber ich liebe es, Tischtennis zu schauen. Und dabei auch noch Dima zuschauen und ihn unterstützen zu können, während er auf dem höchsten Level spielt, macht mich glücklich.

 

myTischtennis: Wie unruhig sitzen Sie dann dort auf Ihrem Stuhl? Sind Sie aufgeregt?

 

Jenny Mellström: Ja, ich bin sehr aufgeregt. Ich weiß, wie viel er für seine Tischtenniskarriere gibt, und ich bin sehr gespannt zu sehen, wie ihm das zurückgezahlt wird, wenn er seine Ziele und Träume erreicht.

 

myTischtennis: Sie waren auch bei den Olympischen Spielen in London voriges Jahr mit dabei. Beschreiben Sie uns doch bitte, wie Sie das Herren-Einzel erlebt haben.

 

Jenny Mellström: Das ist wirklich schwer zu beschreiben. Früher habe ich die Olympischen Spiele immer im Fernsehen verfolgt, aber wenn man dort in dieser überwältigenden Atmosphäre ist und einen Athleten, der dort mitspielt, kennt - das ist so bewegend. Vor allem, wenn dieser Athlet, der dir so nahe steht, seinen Traum wahr macht. 

 

myTischtennis: Damit hat er ein großes sportliches Ziel erreicht, bald wird er sich einen weiteren Traum erfüllen und Sie heiraten. Wie hat er um Ihre Hand angehalten?

 

Jenny Mellström: Das war während unseres Urlaubs neulich in Abu Dhabi und war wirklich romantisch, nur er und ich. Aber wir wussten beide seit längerer Zeit, dass wir heiraten wollen und dass wir dazu bereit sind.

 

myTischtennis: Was sind Ihre Pläne für den Hochzeitstag? Haben Sie etwas Spezielles im Sinn?

 

Jenny Mellström: Oh ja, eine ganze Menge (lacht).




(JS)

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