Buntes

Streit im Weltverband: Weikert klagt gegen Komitee

ITTF-Präsident Thomas Weikert hat rechtliche Schritte eingeleitet (©ITTF)

24.03.2021 - Im Weltverband hängt der Haussegen schief. Vor wenigen Tagen erklärte die ITTF auf ihrer Webseite, dass das Exekutivkomitee seinem Präsidenten, Thomas Weikert, das Vertrauen entzogen habe und Entscheidungen bis zur nächsten Jahreshauptversammlung nach dem Mehrheitsprinzip treffen wolle. Hintergrund ist die Uneinigkeit über die Absetzung des Vize-Präsidenten Khalil Al-Mohannadi durch Weikert, der inzwischen Klage beim internen ITTF-Schiedsgericht erhoben hat.

Hinter den Kulissen der ITTF brodelt es. Wie der Weltverband Anfang der Woche auf seiner Webseite mitteilte, habe das Exekutivkomitee Thomas Weikert bei einem Treffen im Rahmen der WTT-Turniere in Katar mitgeteilt, dass der Präsident das Vertrauen und die Unterstützung des Komitees verloren habe. Man wirft Weikert vor, in den vergangenen schwierigen Monaten nicht eng und sinnvoll genug mit dem Komitee zusammengearbeitet zu haben. Man wolle bis zur nächsten Jahreshauptversammlung, die voraussichtlich am 18. September stattfinden wird, alle Entscheidungen per Mehrheitsbeschluss im Exekutivkomitee treffen. 

Hintergrund der Streitigkeiten ist die Absetzung des Vize-Präsidenten Khalil Al-Mohannadi, die Weikert vor wenigen Wochen vornahm. „Ich habe ihn abgesetzt, weil das Vertrauen komplett verloren gegangen ist“, erklärt Weikert sein Vorgehen gegenüber myTischtennis.de. „Dazu kommt, dass gegen ihn schwerwiegende moralische und sportpolitische Anschuldigungen existieren, die er bisher nicht entkräftet hat. Möglicherweise wäre er in 2017 nicht wählbar gewesen. Das wird gerade untersucht.“ Weikert hatte Dokumente erhalten, nach denen Al-Mohannadi Verbindungen zu einer Tischtennismarke unterhielt, die ihn laut ITTF-Verfassung vor vier Jahren vom Kreis der wählbaren Kandidaten ausgeschlossen hätten. Diese Informationen habe Weikert an die zuständigen Institutionen weitergeleitet und diese würden nun untersucht. Der Grund für die Absetzung seines Vertreters sei aber vor allem der persönliche Vertrauensverlust gewesen.

Das Exekutivkomitee stellte sich in dieser Sache gegen seinen Präsidenten und setzte Al-Mohannadi wieder ein, bis alle Vorwürfe geklärt seien. Die Mitglieder hoffen, in den nächsten Wochen positive Lösungen für die aktuellen Schwierigkeiten zu finden. Weikert sieht in der Entscheidung des Komitees eine Verletzung seiner Rechte und der ITTF-Verfassung. Bereits am Montag erhob der Jurist Klage beim zuständigen internen Schiedsgericht, dem ITTF-Tribunal. „Letztlich könnte der Sportgerichtshof CAS in Lausanne entscheiden“, erklärt Weikert. Auf die Frage, ob der aktuelle Konflikt Auswirkungen auf seine Pläne habe, sich in diesem Jahr erneut als ITTF-Präsident zur Wahl zu stellen, antwortete er: „Es ändert nichts, aber ich kann mir nur schwer vorstellen, zu arbeiten, ohne dass demokratische Werte eingehalten werden.“

(JS)

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